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7 (1839)
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Haiilburgische Tramatlirgie.

selbst. Wenn er aber die Meinung hatte, daß nur tugend-hafte Personen, oder solche, die einen vergeblichen Fehler ansich hätten, Schrecken erregen könnten: so hatte er Unrecht;denn die Vernunft und die Erfahrung ist ihm sodann entge-gen. Das Schrecken entspringt ohnstrcitig aus einem Gefühlder Menschlichkeit: denn jeder Mensch ist ihm unterworfen,und jeder Mensch erschüttert sich, vermöge dieses Gefühls, beydem widrigen Zufalle eines andern Menschen. Es ist wohlmöglich, daß irgend jemand einfallen könnte, dieses von sichzu leugnen: allein dieses würde allemal eine Verleugnung sei-ncr natürlichen Empfindungen, und also eine bloße Prahlcrcyaus verderbten Grundsätzen, und kein Einwurf seyn. Wennnun auch einer lasterhaften Person, auf die wir eben unsereAufmerksamkeit wenden, unvcrmuthct ein widriger Zufall zu- stößt, so verlieren wir den Lasterhaften aus dem Gesichte, undsehen blos den Menschen. Der Anblick des menschlichen Elcn-dcs überhaupt, macht uns traurig, und die plötzliche traurigeEmpfindung, die wir sodann haben, ist das Schrecken."

Ganz recht: aber nur nicht an der rechten Stelle! Dennwas sagt das wider den Aristoteles? Nichts. Aristoteles denktan dieses Schrecken nicht, wenn er von der Furcht redet, indie uns nur das Unglück unsers gleichen setzen könne. DiesesSchrecken, welches uns bey der plötzlichen Erblickimg eines Lei-dens befällt, das einem andern bevorstehet, ist ein mitleidigesSchrecken, und also schon unter dem Mitleide begriffen. Ari-stoteles würde nicht sagen, Mitleiden nnd Furcht; wenn er un-ter der Furcht weiter nichts als eine bloße Modifikation desMitleids verstünde.

Das Mitleid, sagt der Verfasser der Briefe über die Em-pfindungen, (°)ist eine vermischte Empfindung, die aus derLiebe zu einem Gegenstände, und aus der Unlust über dessenUnglück zusammengesetzt ist. Die Bewegungen, durch welchesich das Mitleid zu erkennen giebt, sind von den einfachenSymptomen der Liebe, sowohl als der Unlust, unterschieden,denn das Mitleid ist eine Erscheinung. Aber wie vielerlei)

t°) ^l'ilosopl'ischc Schriften ces Herrn Moses Mendelssohn , zweyterTbcil, S- 4.