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7 (1839)
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Hamburgische Dramaturgie.

die Gründe recht erwägen, welche er von der Ausschlicssungderjenigen Begebenheiten, die er in den Trauerspielen mißbil-liget, giebt. Er sagt niemals: dieses oder jenes schickt sich indie Tragödie nicht, weil es blos Mitleiden und keine Furchterweckt; oder dieses ist daselbst unerträglich, weil es blos dieFurcht erweckt, ohne das Mitleid zu erregen. Nein; sonderner verwirft sie deswegen, weil sie, wie er sagt, weder Mit-lcid noch Furcht zuwege bringen, und giebt uns dadurch zuerkennen, daß sie ihm deswegen nicht gefallen, weil ihnen so-wohl das eine als das andere fehlet, und daß er ihnen sei-ncn Beyfall nicht versagen würde, wenn sie nur eines vonbeiden wirkten."

Sechs und siebzigstes Stück.

Tc» 22sten Januar, 1768.

Aber das ist grundfalsch! Zch kaun mich nicht genugwundern, wie Dacicr, der doch sonst auf die Verdrehungenziemlich aufmerksam war, welche Corneille von dem Texte desAristoteles zu seinem Besten zu machen suchte, diese größtevon allen übersehen können. Zwar, wie konnte er sie nichtübersehen, da es ihm nie einkam, des Philosophen Erklärungvom Mitleid zu Rathe zu ziehen? Wie gesagt, es ist grund-falsch, was sich Corneille einbildet. Aristoteles kann das nichtgemeint haben, oder man müßte glauben, daß er seine eigeneErklärungen vergessen können, man müßte glauben, daß er sichauf die handgreiflichste Weise widersprechen können. Wenn,nach seiner Lehre, kein Uebel eines andern unser Mitleid erreget,was wir nicht für uns selbst fürchten: so konnte er mit keinerHandlung in der Tragödie zufrieden seyn, welche nur Mitleidund keine Furcht erreget; denn er hielt die Sache selbst fürunmöglich; dergleichen Handlungen cristirtcn ihm nicht; sondernsobald sie unser Mitleid zu erwecken sähig wären, glaubte er, müß-ten sie auch Furcht für uns erwecken; oder vielmehr, nur durchdiese Furcht erweckten sie Mitleid. Noch weniger konnte ersich die Handlung einer Tragödie vorstellen, welche Furcht füruns erregen könne, ohne zugleich unser Mitleid zu erwecken:denn er war überzeugt, daß alles, was uns Furcht für uns