Pope cm MetaPhysiker!
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daß er diesen Zusammenhang mit einem Blicke, als ein Ganzeszu übersehen vermag, ohne sich bey den feinen Ncrbindungcndesselben aufzuhalten.
Allein ganz anders denkt der Dichter. Alles was er sagt,soll gleich starken Eindruck machen; alle seine Wahrheiten sollengleich überzeugend rühren. Und dieses zu können, hat er keinander Mittel, als diese Wahrheit nach diesem System, und jenenach einem andern auszudrücken. — — Er spricht mit demEpikur, wo er die Wollust erheben will, nnd mit der Stoa,wo er die Tugend preisen soll. Die Wollust würde in denVersen eines Scneka, wenn er überall genau bey seinen Grund-sätzen bleiben wollte, einen sehr traurigen Aufzug machen; ebenso gewiß, als die Tugend, in den Liedern eines sich immergleichen Epikurcrs, ziemlich das Ansehen einer Mctzc haben würde.
Jedoch ich will den Einwendungen Platz geben, die manhierwidcr machen könnte. Zch will mir es gefallen lassen;Pope mag eine Ausnahme seyn. Er mag Gescdickllchr'eit undwillen genug besessen haben, in seinem Gedichte, wo nichtein System völlig zu entwerfen, wenigstens mit den Fingernauf ein gewisses zu zeigen. Er mag sich nur auf diejenigenWahrheiten eingeschränkt haben, die sich nach diesem Systemsinnlich vortragen lassen. Er mag die übrigen nm so viel eherÜbergängen seyn, da es ohnedem die Pflicht eines Dichters nichtist, alles zu erschöpfen.
Wohl! Es muß sich ausweisen; und es wird sich nichtbesser ausweisen können, als wenn ich mich genau an die vonder Akademie vorgeschriebenen Puncte halte. Diese» gemäßwird meine Abhandlung aus drey Abschnitten bestehen, welchenich zuletzt einige historisch kritische Anmerkungen beyfügen will.
Erster Abschnitt.Sammlung derjenigen Sätze, in welchen das Popischc Systemliegen müßte.
Man darf diese Sätze fast nirgends anders als in dem gan-zen ersten Briefe, und in dem vierten, hin und wieder, suchen.
Zch habe keinen einzigen Übergängen, der nur in etwas einesystematische Mine machte, und ich zweifele, ob man ausser fol-