Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
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Pope ein MetaPhysiker!

Die Schüler dieses Wcltweiscn behaupten folglich, Gott habe seiner Weisheit gemäß handeln und daher die Welt durchallgemeine Gesetze regieren müssen. In besondern Fällen könntedie Anwendung dieser allgemeinen Gesetze wohl so etwas her-vorbringen, das an und für sich selbst entweder völlig unnützeoder gar schädlich, und daher den göttlichen Absichten eigentlichzuwider sey: allein es sey genug, daß die allgemeinen Gesetzevon erheblichem Nutzen wären, und daß die Uebel, welche inwenigen besondern Fällen daraus entstehen, nicht ohne einenbesondern Rathschluß hätten gehoben werden können. Sie füh-ren zum Exempel an; die allgemeinen mechanischen Gesetze,nach welchen der Regen zu gewissen Zeiten herunter falle, hät-ten einen unaussprechlichen Nutzen. Allein wie oft befeuchteder Regen nicht einen unfruchtbaren Stein, wo er wirklich kei-nen Nutzen schaffe; und wie oft richte er nicht Ucbcrschwcmmun-gen an, wo er gar schädlich wäre? Ihrer Meinung also nach,können dergleichen Unvollkommcnhcitcn auch in der besten Weltentstehen, weil keine allgemeine Gesetze möglich sind, die dengöttlichen Absichten in allen besondern Fällen genug thäten.Oder, fragen sie, sollte Gott eines Lieblings Willender wißbegierige Wcltwcisc sey, zum Exempel, dieser Liebling die allgemeinen Gesetze brechen, nach welchen ein Aetna Feuer spcycn muß?

4. B. Z. 121. 122.8kall Iiui-nmF ^et»a, if a 1'ggo i'oyu'iros,I?orF«zt to tllunäer, anck rveall Iior

Siebender Satz.Rein Uebel kömmt von Gott .Das ist: das Uebel, welches in der Welt erfolgt, ist nie-mals der Gegenstand des göttlichen Willens gewesen.

4. B. Z. 110.

Kvcl lenäs not ill.

Pope hat dieses aus dem Vorhergehenden ohngcfchr so ge-schlossen. Wenn das Uebel nur in besondern Fällen entsteht,und eine Folge aus den allgemeinen Gesetzen ist; Gott aber nurdiese allgemeine Gesetze, als allgemeine Gesetze, für gut befun-den, und zum Gegenstände seines Willens gemacht hat: so kann