Aus der Berlinischen Zeitung vom I. 1765.
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gegenwärtigen Abhandlung, die jetzt gleichsam nur der Helfte ihresTitels Genüge thut. Er beweiset die Würklichkeit des Ohngefehrs mitVoraussetzung einer höchst gütigen und höchst weisen Vorsehung, ja erbeweiset sie durch diese Voraussetzung selbst, und erhärtet, daß imGrunde alle Philosophen sie zugeben müssen, so sehr sie sich auch ent-weder bloß wider den Namen, oder gar wider die Idee desselben sträu-ben. Die Wirkungen dieses Ohngefehrs, besonders nach den Einschrän-kungen einer ewigen Weisheit, wird er in verschiednen andern Abhand-lungen betrachten, welche in seinen schon angezeigten pi-oteklations Avevlai'alious pliilolorituynes erscheinen sollen. Da seine schärfstenAngriffe, wie man leicht sehen kann, wider die Leibnitzische Philosophiegehen müssen, so hat er für gut befunden, seine Arbeit allen Welt-weisen Deutschlands zuzueignen, deren Eifer um die Ehre eines dergrößten Geister ihres Vaterlandes, ihm nur allzuwohl bekannt ist. Wirsind gewiß, daß sie diesen seinen vorläufigen Höflichkeiten allen de»Werth, der ihnen gebühret, beyzulegen, und ihn selbst von denjenigenGegnern ihres Helden zu unterscheiden wissen werden, welche mehr dieEifersucht, als die Wahrheit dazu gemacht hat. Wenn sie in etwani-gen Streitigkeiten die Meinungen des Herrn von premontvals auchnicht annehmen sollten, beyher aber nur von ihm die Kunst, sich inden tiefsinnigsten Materien eben so deutlich als angenehm auszudrücken,lernen könnten; so würde der Nutzen für sie doch schon unendlich großseyn. Kostet in den Vossischcn Buchlädcn hier und in Potsdam 10 Gr.
(1. Merz.) philosophische Gespräche. Berlin bey Chr. Fr.Voß 1755. In 8vo. 7 Dogen. Dieses kleine Werk, welches ansvier Gesprächen über metaphysische Wahrheiten besteht, enthält so vielNeues und Gründliches, daß man leicht sieht, es müsse die Frucht ei-nes Mannes von mehrerm Nachdenken, als Begierde zu schreiben, seyn.Vielleicht würde ein andrer so viel Bücher daraus gemacht haben, alshier Gespräche sind. Wir wollen den Inhalt eines jeden anzeigen.In dem erster» wird erwiesen, daß Leibniz nicht der eigentliche Er-finder der vorherbestimmten Harmonie sey; daß Spinosa sie achtzehnJahr vor ihm gelehrt, und daß der erstere dabey weiter nichts gethan,als daß er ihr den Namen gegeben, und sie seinem System auf dasgenaueste einzuverleiben gewußt habe. Spinosa leugnet ausdrücklichin seiner Sittenlehre, daß Seele und Körper wechselsweise in einanderwirken könnten; er hehauptet ferner, daß die Veränderungen des Kör-