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Vorrede zu Jacob Thomsons Trauerspielen.
tibrittischen Parthey von Kunstrichtcrn danken, die uns nur all-zugern bereden möchte, daß es, unter allen englischen Tragödicn-schreibern, der einzige Avdison einmal, regelmäßig zu seyn, ver-sucht, bey seiner Nation aber keinen Beyfall damit gefunden habe.
Und gleichwohl ist es gewiß, daß auch Thomson nicht allein,wie ich es nennen möchte, französisch, sondern griechisch re-gelmäßig ist. Ich will nur vornehmlich zwey von seinen Stückennennen. Seine Sophomsbe ist von einer Simplicität, mitder sich selten, oder nie, ein französischer Dichter begnügt hat.Man sehe die Sophomsbe des XNairer und des großen Cor-neille- Mit welcher Menge von Episoden, deren keine in derGeschichte einigen Grund hat, haben sie ihre Handlung überla-den! Der einzige Trisino, dessen Sophomsbe, als in Italien ,nach langen barbarischen Jahrhunderten, die Wissenschaften wiederaufgingen, das erste Trauerspiel war, ist mit dem Engländerin diesem Punkte, welchen er den Griechen, den einzigen Mu-stern damals, abgelernt hatte, zu vergleichen.
Und was soll ich von seinem Eduard und iLleonora sagen?Dieses ganze Stück ist nichts als eine Nachahmung der Alcestedes Änripivcs; aber eine Nachahmung, die mehr als dasschönste ursprüngliche Stück irgend eines Verfassers bewundertzu werden verdient. Ich kann es noch nicht begreifen, durchwelchen glücklichen Zufall, Thomson in der neueren Geschichtedie einzige Begebenheit finden mußte, die mit jener griechischenFabel, einer ähnlichen Bearbeitung fähig war, ohne das geringstevon ihrer Unglaublichkcit zu haben. Zch weis zwar, daß manan ihrer historischen Wahrheit zweifelt, doch dieses thut zurSache nichts; genug daß sie unter den wirklichen BegebenheitenStatt finden könnte, welches sich von der, die den Stoff dergriechischen Tragödie ausmacht, nicht sagen läßt. Es ist un-möglich, daß Racine, welcher die Alceste des EnripiOes gleich-falls modernisircn wollen, glücklicher, als Thomson, damit hätteseyn können.
Doch genug von dem Dichter selbst. Zch komme auf diegegenwärtige Übersetzung, von welcher ich nur dieses zu sagenweis. Sie hat vcrschicdne Urheber, die aber über die beste Artzu übersetzen, sich sehr wohl verglichen zu haben scheinen. Wenn