Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
Seite
75
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Vorrede zu Richardsons Sittenlehre. 76

Unzulösiigkeit der Schaubühne geschrieben, lind sich auch sonstin den Tolandschen und andern Streitigkeiten bekannt gemacht.

Die gegenwärtige Ermunterung hat er zu Londcn j72l>,ohne Vorrede, ans Licht gcstcllct. Man will sie also auch imdeutschen mit einem Stücke unvcrmchrt lassen, welches der Ver-fasser für unnöthig erkannt hat. Zeder Leser mag es nach sei-nen eignen Empfindungen bestimmen, was sie für einen Rangunter den geistlichen Büchern verdienet. Sie wcitläuftig anprei-sen, würde eben das sagen, als ob man an seiner andächtigenAufmerksamkeit im voraus zweifeln wollte.

Hrn. Samuel Richardsons Sittenlehre für dieJugend in den auserlesensten Aesopischen Fabeln.

Vorrede des Ueberseßers.

Aesopus, die wahren oder fabelhaften Umstände seines Lebens,die Einrichtung und Nützlichkeit seiner Fabeln, die lange Reiheseiner Nachahmer zc. würden für einen Vorredner, der ein Ver-gnügen daran fände, die allcrbckanntcstcn Dinge zu sagen, einsehr ergiebiges Thema seyn. Zn der Hoffnung aber, daß nie-mand hier suchen werde, was man überall finden kann, glau-ben wir dem Leser blos anzeigen zu dürfen, wie der berühmteName eines Richardson für ein Buch komme, das gänzlichdem Gebrauche und dem Unterrichte der Kinder bestimmt ist.

Roger S.estrange ist bey den Engländern der berühmtesteEompilator Acsopischcr Fabeln. Er hat deren einen ganzenFolianten herausgegeben, fünfhundert an der Zahl; und in derFolge, auf Anhalten des Verlegers, noch einen zweyten Bandhinzugefügt. Seine Schreibart wird von seinen Landslcutcn füreine der reinsten und meisterhaftesten gehalten; und seine Weisezu crzchlcn für leicht, munter und voller Laune. Auch in demHauptwerke läßt man ihm die Gerechtigkeit wicdcrfahren, daßseine Anwendungen und Sittcnlchrcn passend, nicht abgedro-schen, nachdrücklich und gemeinnützig sind.

Doch fanden sich Leute und wo findet ein guter Schrift-steller dergleichen Leute nicht? welche einen bessern Geschmack