94 Aus der Bibliothek der schönen Wissenschaften.
Was bemerk ich zuerst, wo tausend Fehler mir winken?Alles ist falsch! Nirgends ein Funken Verstand! Der Griechesagt ohngcfehr: „Und o wie strahlet unter den edelsten Frauen„die edlere Bcrcnicc, der Stolz ihrer Ackern! Ihr hat den„duftenden Schooß Dionens erhabene Tochter, CypcrnS Beherr-scherinn, mit zarten Händen gestrichen. Daher sagt man auch,„daß nie eine Gattinn ihrem Gemahle so liebenswürdig geschic-kten, als dem Ptolcmaus die seine." — Findet man auch nurdie geringste Spur von diesen Gedanken, von dieser schmeicheln-den Erdichtung, in den -Loschen Versen? Er macht die Dionczur Venus, die Mutter zur Tochter; er macht den Schooß derBcrcnicc, zum Schooße des Ptolcmäus; cr macht — kurz ermacht alle Fehler, die cin nachläßigcr Ucbcrsctzcr machcn kann.Dcr kinderleichte Scholiast hätte sie ihm alle können vermeiden
helfen: ^ L.cMoi5t,?^ «p'rzo'iv «VI^-; ct^ 50V sco^Tloi.' ll?rx^ioi^«7'<z^8i^>«^, T'oi^T'x^iV xzr«cM»F/,7-ov xTto^o'xv <5tc> x«l
^ocir«ro — Wie manches könnten wir nicht
noch bey der dritten, fünf und zwanzigsten, fünf und fünfzig-sten, drey und sechzigsten, neun und neunzigsten, hundert unddrey und drcyßigstcn Zeile erinnern! Doch wir müssen mit dic-scr verdrießlichen Arbeit zu Ende eilen.
XVIII Idyll. Die 17te Zeile ist abermals ohne Verstandübersetzt:
Glücklicher Bräutigam, dir hat, da du nach Sparta gekommen,Jemand glücklich genießt: Vvc> viele Große dir deysteyn,Theokrit will sagen: du mußt zu cincr sehr glücklichen Stundenach Sparta gckommcn scyn, wo du so viel cdle Ncbcnbuhlcrfandest, und doch zum Zwecke kamst; u> 'XX,o-, «^g-x--,;, ^«v^>o-«t<i. Das «vuo-cxio gehört, dem Verstände nach, zudem vorher gehenden xireir^xv. Grotius hat es sehr wohlübersetzt:
Lvonlv, tibi czuis in Iinnc: venlont! Itornui't uibom,I'otljllo lnter ^roeores felix lleckit omon inuoris.
Und wie jämmerlich ist die 2<Zste und folgende Zeilen gerathen.O was großes wird sie dir gcbähren, gebiert sie ihr ähnlich!Sind wir alle nicht gleich an Jahren, wir gicngcn zusammen,Wie dcr Jünglinge Schönste gesalbt bey den Bädern Curotens,