Vorbericht zu Glenns Preussischen Kriegsliedern. 101
das Urtheil von dieser F.icberkühnschen Uebersctzung fällen kön-nen, daß sie zn weiter nichts taugt, als bey einem geschicktenManne das Mitleiden rege zu machen, uns eine bcßre zu liefern.
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Vorbericht zu den Preussischen Kriegsliedern inden Feldzügen 1756 und 1767 von einemGrenadier. 1758.
Die Welt kennet bereits einen Theil von diesen Liedern;und die feinern Leser haben so viel Geschmack daran gefunden,daß ihnen eine vollständige und verbesserte Sammlung derselben,ein angenehmes Geschenk seyn muß.
Der Verfasser ist ein gemeiner Soldat, dem eben so vielHeldenmut!) als poetisches Genie zu Theil geworden. Mehraber unter den Waffen, als in der Schule erzogen, scheint ersich eher eine eigene Gattung von Ode gemacht, als in demGeiste irgend einer schon bekannten gedichtet zu haben.
Wenigstens, wenn er sich ein deutscher -Horaz zu werdenwünschet, kann er nur den Ruhm des Römers, als ein lyri-scher Dichter überhaupt, im Sinne gehabt haben. Denn diecharakteristischen Schönheiten des -Horaz, setzen den feinstenHofmann voraus; und wie weit ist dieser von einem ungekün-stelten Krieger unterschieden!
Auch mit dem Pindar hat er weiter nichts gemein, als dasanhaltende Feuer, und die i^xp/Z«?-« der Wortfügung.
Von dem einzigen T^rtaus könnte er die heroischen Gesin-nungen, den Gcitz nach Gefahren, den Stolz für das Vater-land zu sterben, erlernt haben, wenn sie einem Preussen nichteben so natürlich wären, als einem Spartaner.
Und dieser Heroismus ist die ganze Begeisterung unsersDichters. Es ist aber eine sehr gehorsame Begeisterung, diesich nicht durch wilde Sprünge und Ausschweifungen zeigt, son-dern die wahre Ordnung der Begebenheiten zu der Ordnungihrer Empfindungen und Bilder macht.
Alle seine Bilder sind erhaben, und all sein Erhabnes istnaiv. Von dem poetischen Pompe weis er nichts; und prahlen