Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
Seite
109
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Vorrede.

1W

Dieser Titel ist der letzte imwidcrsprcchlichste Beweis, daß dieseSinngedichte damals schon begraben gewesen sind. Allein die-ser Ungenannte war vielleicht Schuld, daß unser S.ogan nochtiefer in die Vergessenheit gcricth, und nunmchr mit Recht zueiner neuen Bcgrabung verdammt werden konnte. DerjenigeTheil seiner Gedichte, welchen man, ohne Wahl, aufcrwcckthat, ist nicht allein mit unendlich schlechten und pöbelhaftenStücken vermischt worden; sondern die Logauischcn selbst sinddergestalt verlängert, verkürzt, verändert worden, daß Nachdruck,Feinheit, Witz, alle Sprachrichtigkcit, ein jeder guter poetischerName, eine jede gute Eigenschaft des Dichters, ja oft derMenschenverstand selber verloren gegangen ist. Wir führen keineErcmpcl an, um unsern Lesern den Ekel zu ersparen.

Werden die Liebhaber der Poesie an unserm alten Dichter,einigen Geschmack finden: so freuen wir uns, daß dadurch dieBeschuldigung immer mehr entkräftet werden wird, als ob wirNeuern allbcrcits von der Bahn des Natürlichschönen abgewi-chen wären, und nichts mehr empfinden könnten, als was aufeiner gewissen Seite übertrieben ist.

Berlin Die Herausgeber,

den ötcn Mar>1769

Sinngedichte.Erstes Buch.

(1) Von »iciiiein Buche.

Daß mcin Buch, sagt mir mein Mutl>,Noch ganz böse, noch ganz gut.Kommcn drüber arge Fliegen,Bleibt gewiß Gesundes liegen,Und das Faule findet manKommcn abcr Bienen dran,Wird das Faule leicht vcrmicdcnUnd Gcsundcs abgeschieden.

(2) Ter May.

Dieser Monath ist ein Kuß, den der Himmel giebt der Erde,Daß sie jetzo seine Braut, künftig eine Mutter werde.