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Friedrichs von Logau Sinngedichte.
(48) Rechisycindel.
Wer sich ciuläßt in Processe, wer sich einläßt in ein Spiel,
Zeder muß hier etwas setzen, wenn er was gewinnen will;
Doch geschieht es auch, daß nianchcr nichts gewinnt, und setzt doch viel.
(49) Tricgcreyen.
Krummes mag man wohl verstehen,Krummes aber nicht begehen.
(60) Eine reiche Heyrath.
Wer in Ehstand trete» will, nimmt ihm meistens vorDrein zu treten, ob er kann, durch das goldne Thor.
(ZI) Die graue Treue.
Da man, schon zur Zeit der Alten,Reine Treu für grau gehalten:Wundcrts euch in unsern Tagen,Daß sie schon ins Grab getragen?Daß nicht Erben nach ihr blieben,Drüber ist sich zu betrüben.
(62) Auf den Lychnobius,
Lvchnobius zählet viel Jahre, viel Wochen,Noch lebt er die Woche nicht einigen Tag;Er saufet bey Nachte, so viel er vermag,Und stecket des Tages im Bette verkrochen.
(63) Schalksnarren.
Ein Herr, der Narren hält, der thut gar weislich dran; —Weil, was kein Weiser darf, ein Narr ihm sagen kann.
(64) Auf den Bibulus.
Es torkelt Bibulus, ist stündlich toll und voll: —
Der Weg zur Holl ist breit: er weiß, er trifft ihn wohl.
(66) Hofdicncr.
Zch weiß nicht, ob ein Hund viel gilt,Der allen schmeichelt, keinem billt?Ei» Diener, der die Aufsicht führet,