Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
Seite
135
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Zweytes Buch.

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(83) Hofkünste.

Künste, die bey Hof Im Brauch,Faßt ich, dünkt mich, leichtlich auch;Wollt' erst eine mir nur ein,Nehmlich: unverschämt zu seyn.

(84) Sin guter Koch, ein guter Rath.

Bey Hofe ist ein guter Koch der allerbeste Rath,Er weiß, was seinem Herren schmeckt, und was er gerne hat.Er trägt verdecktes Essen auf, und Essen nur zur Schau;Gcußt Södcr auf und Senf daran, die dienlich für den Grau;Aufs Bittre streut er Zucker her, das Magre würzt er wohl;Dem Herren werden Ohren satt, und ihm der Beutel voll;Die Kammer geht zur Küche zu, die Wirthschaft in das Faß;Die Kanzclcy hält Fastenzeit; der lechzend' UntersaßMag laufe», kann er sitzen nicht: die ganze PoliceyWird Heuchclcy, Bctriegercy und Küchrnmcistercy.

(85) Der Ruchlosen Frcudenlied.

Weil das Leben bey uns bleibt, brauchen wir das Leben;Kommen wir in Himmel nicht, kommen wir daneben.

(86) Armuth und Blindheit.

Ein blinder Mann ist arm, und blind ein armer Mann:Weil dieser keinen steht, der keinen sehen kan.

(87) Auf den Bloscus.

Seh ich recht, so scheint es mir,Bloscus sey ein Wundcrlhier.Augen hat er, keine Stirne,Einen Kopf, und kein Gehirne,Einen Mund, und keine Zunge,Wenig Herzens/ viel von Lunge.Kannst du besser sehn, so schau,Ob er Ochs ist, oder Sau.

(83) An den Leser.

Sind dir, Leser, meine Sachen mißgefcillig wo gewesen,Kannst dn sie am besten strafen, mit dem sauern Nimnicrlcsc».