Achtes Blich.
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(19) Dankbarkeit gegen die Schweden .
Was werden doch für Dank die Schweden um ihre Kriege liabcn? —Wir wünschen, daß Gott ihnen gebe, so viel als sie uns gaben!
(20) Hofleute.
Leute, die bey Hofe dienen, dünken sich, als andre, niehr;Mich bcdünkct, der, der dienet, weiche dem, der frev ist, scbr.
(21) Von dem Crispus.
Erisvus ist gereist, ist munter, ist gelehrt; — und wird veracht? —Ey! der neue Musterschneidcr hat ihm noch kein Kleid gemacht.
(22) Erinnerungen.
Große Herren wollen niemals gern Erinnerung ertragen:Wie dem Bilcam, muß ihnen oft ein Esel Wahrheit sagen.
(23) Auf den Pscudo.
Pseudo leugt so ungcmcin,Daß ich ihm nicht glauben kann,Zeigt er, wenn er lengt, gleich an,Daß es nichts als Lügen seyn.
(24) Auf den VulpinllS.
Dein Herz ist ein Castcll, hat gar viel Außenwcrkc,Bnlpinus; wer drein kommt, hat nicht gemeine Stärke;Wer drein noch kommen wär ist keiner, wie ich merke.
(26) Die Furcht.
Der Tod, vor dem der Mensch so fleucht und so erschrickt,Währt an ihm selbst so lang, als lang ein Auge blickt.Des Todes Furcht ist Tod, mehr als der Tod; der TodBcrkürzt, was ihn vergällt, die Furcht, die schlimmste Noth.
(26) Der Köhlerglaube.
Was die Kirche glauben heißt, soll man glauben ohne Wanken? —Also darf man weder Geist, weder Sinnen, noch Gedanken.
(27) Wicdervcrgeltimg.
Für Gut nichts Gutes geben, ist keine gute That;Für Böses Böses geben, ist ein verkehrter Rath;Lcssings Merke v. 14