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Achtes Buch. 2li
(33) Abwechselung.
Andern gehet auf die Sonne, wenn sie uns geht nieder.Wenn sie andern niedergehet, kömmt sie zu uns wieder.Was uns Gott nicht heute schenkte, kann er morgen schicke»,Kann uns, was er heute schickte, morgen auch entrücken.
(34) Hofaunst.
Kein Begehrtes je »erwiedern,Kein Bcrwicdcrtcs begehren, °Hicdurch pflegt die Gunst der NiedernBev den Hohen fortzuwähren.
(36) Herr und Knecht.
Wer andern dient, ist Herr, so fern er fromm sich halt:Wer andrer Herr ist, dient, wenn er sich siindlich stellt.
(36) Die Gerechtigkeit.
Daß Gerechtigkeit bestehe, muß man Köpfe dazu haben,
Theils die kluge Leute führen, theils der Henker giebt den Nabe».
(37) Heuchler.
Wer nicht höret, hat nicht Heuchler: wer die Heuchler denkt zu hassen,Mag zwar ihnen Thor und Thüre, nur nicht Ohren offen lassen.
(38) Von einer Wittwe.
Eine Wittwe gicng zur Trau; nahm itzt ihren vierten Mann.'Als die Zeit zum Schlafengelni auch nun endlich kam heran,Sprach sie: ach ich armes Kind! hätt ich dieses eh bedacht,Niemand, niemand hätte mich mehr zu diesem Schritt gebracht!Doch sie gicng, war gar getrost; und das Kind, das sie gebarKaum iu zwanzig Wochen drauf, wies wie sie vergeßlich war.
(3ö) Eine Gasicrey.
Man lud mich jüngst zu Gaste: der Magen gicng mit mir;Doch war er mir nichts nütze, den Milz bedurft ich hier.
Wer sich üben will im fühlen,Mag mit Gicht ein wenig spielen.
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