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5 (1839)
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Friedrichs von Logcin Sinngedichte.

(86) Theure Ruh.

Deutschland gab fünf Millionen,Schweden reichlich zu belohnen,Daß sie uns zu Bettlern machten;Weil sie hoch solch Muhen achten.Nun sie sich zur Ruh begeben,Und von unserm Gute leben,Muß man doch bey vielcnmalenHöher noch die Ruh bezahlen.

(87) Lügen.

Ob Lügen sind der Wahrheit gleich, sind sie darum ihr Kind?Die Kinder sind oft einem gleich, von dem sie doch nicht sind.

(88) Nom Bardus.

Wenn Bardus spricht: Gluck zu! so ist er nicht geliebt;Spricht er: Gehab dich wohl! so ist kein Mensch betrübt.

(89) Auf den Trullus.

Daß die Seele seines Weibes einen Widerhaken habe,

Mcynet Trullus, denn sie wäre, glaubt er, sonst vorlängst im Grabe.

(90) Die christliche Liebe.

Weiland war die Lieb ein Feuer, Wärmen war ihr nützcr Brauch;Nun sie überall erloschen, beißt sie nur, als wie der Rauch.

(91) Spielkarten.

Karten, die bey Tage streiten, liegen Nachts beysammen stille;Weiber, die mit Männern zanken, stillt bey Nacht Ein guter Wille.

(92) Auf den (Sumvertus.

GumpcrtuS nimmt ein schönes Mensch, und ist gewaltig froh.L lieber Gümpel, freu dich sacht! Es ist gedroschen Stroh.

(93) Sin Hofmcuiii.

Wer bey Hofe lange willStehen ohne Wanken,Muß des Unrechts leiden viel,Und sich stets bedanken.