Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
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233
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Neuntes Buch.

233

(94) örde und Wasser.

Wassers ist mehr als des Landes, wie die Künstler ausgemrssen;

Und man mcrkts auch an den Deutschen , die mehr trinken als sie essen.

(95) Gesundheit.

Gesundheit kehrt bey Armen mehr als bey Reichen ein.Wie so? Sie hasset Prassen und kann nicht müßig seyn.

(96) Schönheit.

Wen» schöne Weiber bitten, so heißt es doch befehlen;Dann bitten schöne Weiber, wenn sie das Schweigen wählen.

(97) Von dem Magnus.

Magnus liat mehr Herz im Leibe, als er Geld im Beutel hat:Gar genug! Ein kühner Mnth findt zu Reichthum leichtlich Rath.

(98) Vernunft und Begierden.

Die Besatzung in dem Haupte, die Besatzung in dem Bauche,(Die Vernunft und die Begierden) haben immer Krieg im Brauche.

(99) Auf die Vlasca.

Blasca ist zwar nicht mehr Jungfer, träget gleichwohl einen Kranz;Ey sie pralet: brach die Jungfer, ist die Frau hingegen ganz.

(100) Auf die Caja.

Caja, du berühmtes Wunder, bist du doch wie Alabaster!Schade, daß du jedem dienest, wie ein schlechter Stein im Pflaster!

(101) Ein Umstand, oder eine Magd.

Ein Umstand macht, daß Veit sein Weib nicht völlig liebt,Und daß er was der Frau gehört, der Magd vergiebt.

(102) Ein Gebrauch.

An manchen Orten ists so Brauch, die Weiber müssen jährlich lindern;Sind gleich die Männer nicht daheim, so muß doch dieses gar nichts hindern.

(103) Schönheit.

Die Schönheit ist der Schönen FeindWo frommer Sinn sie nicht vereint.