Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
Seite
234
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234 Friedrichs von Logau Sinngedichte.

(104) Auf den Mutius.

Mutius ist eine Biene, fleucht herum auf allem Süßen,Ist nicht stolz was nur begegnet, zu beherzcu, zu beflissen.

(105) Auf den Astutus.

Daß Astutus weiser seh, glaub ich gern, als ich;Daß ich frommer sey als er, drauf befleiß ich mich.

(106) Von meinem Buche.

Sind in meinem Buche Possen,Die dich, Leser, wo verdrossen?Ey, vergönne mir zu schreiben,Was du dir vergönnst zu treiben!

Zehntes Buch.

(1) Von meinen Reimen. ».

Sind meine Reime gleich nicht alle gut und richtig,So sind die Leser auch nicht alle gleich und tüchtig.

(2) Auf den Fnscus.

Fuscus lachet seiner Sache»,Lachet nicht, wenn andre lachen:Drum macht Er, nicht seine Sachen,Daß die andern mit ihm lachen.

(3) Böses.

Böses soll man bald vergessen, doch vergißt sichs schwerlich bald;Gutes stirbct in der Jugend, Böses wird hingegen alt.

(4) Hofschminke.

Viel küsse», wenig herzen,Arg mcvnen, höflich scherzen,Dieß ist des Hofes Spiel,Man spielt es täglich viel.

(Z) Worte.

Das hat der Mensch voraus vor allen ander» Thiere»,Daß er, wovon er will, kann Wort und Reden fuhren.