Zwölftes Buch,
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(131) TaS neue Jahr,
Ob das Jahr gleich alle Jahre sich gewohnt ist zu verjünge»,Dennoch kann der Jahre Jugend Mensche» nichts als Alter bringen,
(132) Merkzeichen des Gemüths.
Was an dem Manne sey, weist seiner Augen Schein,Sei» Amt, ei» Beutel Geld, und dann ein Becher Wein.
(133) Von meinen Reimen.
Wo ich Reime schreiben soll die gefallig allen bleiben,Leg ich meine Feder weg und hegchrc nichts zu schreiben.
Zwölftes Buch.
(1) Von meinen Reimen.
Ihr Reime, die ihr hinten steht, habt einen guten Muth!
Kein Mensch kömmt zn euch letzten her, wenn nicht die ersten gut.
Sind aber nur die ersten gut, so geht ihr cucrn Schritt,
Ob ihr gleich nicht den Rang bekommt, doch unter andern mit.
(2) Menschlicher Zustand.
Der Mensch bringt nichts davon, wie lang er immer lebt,Als daß mau ihn vergißt, gleichwie man ihn begräbt.
(3) Ein ehrliches Leben und seliger Tod,
Wer ehrlich hat gelebt und selig ist gestorben,Hat eine» Himmel hier und ci»c» dort erworben.
(4) Hoheit und Demuth.
Man sieht nicht leicht, daß Demuth der Ehre Schritt begleite,Vielmehr, wen» diese steiget, weicht jc»c von der Seile-
(6) Bald versagen und bald geben.
Wer bald mir was versagt, der giebt mir dennoch was;Wer bald giebt, was er giebt, der giebt mir zwcvmal das,
(6) Ehre und Hoffart.
Mancher mcvnct El>r und Würde scheine nicht an ihm hervor,Wenn sie nicht steh ausgestellet auf der Hoffart Berg empor.