2ti4 Friedrichs von Logau Sinngedichte.
(7) Auf den Durus.
Durus hört manch spitzig Wort, wird dadurch doch nicht bewogen;Hat den Ohren, wie mau mcvut, einen Harnisch angezogen.
(8) Werke des Krieges und des Friedens.
Krieg der macht' aus Bauern Herren: Ey es war ein guter Handel!Friede macht aus Herren Bauern: Ey es ist ein schlimmer Wandel
(9) Bescheidenheit.
Wodurch wird Würd und Glück erhalten lange ZeitIch meyne: durch nichts mehr, als durch Bescheidenheit.
(10) Rathschlage.
Die Vögel säugt man so, wie man nach ihnen stellt:Der Ausschlag fällt nach dem, nach dem der Anschlag sällt.
(11) An den Mirus.
Mirus, daß die Kunstgöttinnen alles Wissen dir gewähret,Ist zu wenig: du hast völlig die Vollkommenheit gclccrct
(12) Auf den Hermes.
Hermes ist der beste Redner, weit und breit und um und um;Ein Gebrechen ist bedenklich: manchmal ist er silbcrstumm.
(13) Grabschrift.
Ein Todter lieget hier, der, wie er war sein Tod,So war er auch sein Grab, und seines Grabes Spott.
(14) Aöllercy und Plauderet).
Wer viel redet muß viel trinken; trinkt der Redner aber viel,Kann er nur sehr selten reden was er will, und wenn er will.
(1Z) Auf die Submiffa.
Submissa sucht ein schnödes Geld durch gar ein schändlich Lebe»;Mcvnt, sey es schändlich gleich verdient, scys ehrlich doch gegeben.
(16) Auf den Drances.
Drauccs wünschet seinem Weibe langes Leben: (denn ihr Geld,Das sie gab, verdient es billig;) — doch er mcynt, in jener Well.