Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
Seite
271
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Zwölftes Buch.

271

(69) Undankbarkeit.

Der uns giebt die ganze Welt, der uns will den Himmel geben,Fodert nichts dafür als Dank; kann ihn aber auch nicht heben.

(7V) Wir wollen was wir nicht sollen.

Wir dringen auf den Zaum, und wo wir sollen gehn,Da laufen wir; wir gehn da, wo wir sollen stehn.

(71) Wohlthätigkeit.

Wer Wohlthat giebt, solls bald vergessen; wer Wohlthat nimmt, solls nie vergessen:Sonst ist um Undank der zu strafen, und jenem Hoffart bcvzumcsscn.

(72) Auf den TrulluS.

Trullus hat ein schönes Weib: wenn sie an der Thüre steht,

Sieht man nicht daß leicht ein Hund sich bey ihr ins Haus vergeht.

(73) Auf den Säufer Thrax.

Thrax ist der andre Mond: steht aber immer stille,Und nimmt kein Bierthel an; bleibt immer in der Fülle.

(74) Auf den Largus.

Andre ziehen an das Recht, Largus zeucht den Richter an:Parten, denen er bedient, finden daß er gut gethan.

() Huren und Soldaten.

Soldaten und die Huren die dienten bcid' ins Feld:Denn jene leerten immer, die mehrten unsre Welt.

(76) Hören.

Ich höre manchmal viel;Doch glaub ich was ich will.Wer willig ist zum Hören,Kann Thorheit selbst bethören.Ein unvcrdroßncs OhrLockt manche List hervor.

(77) Tag und Nacht.

Der Tag der ist der Mann, sein Weib das ist die Nacht;Bon denen wird die Zeit stets zur Geburt gebracht-