30l1 Friedrichs von Logeui Sinngedichte. Wörterbuch.
und poetischer ist, als wenn es hieße: „Der Neid hat scheel ge-sehen; Das Vcrhängniß ließ geschehen. Eben so auch (IV. 11)
Scävus wird mit Ewigkeit immer in die Wette leben :c.Hier wird die Ewigkeit zu einem lebendigen Wesen.
2. Thut er es bey denjenigen Hauptwörtern, welchen derunbestimmte Artikel ein, eine zukömmt, den man in der vielfa-chen Zahl ohnedem schon wegzulassen genöthigt ist. Z. E. (VIl.71.)
Hat Land durch diesen Krieg, hat Stadt mehr ausgestanden?Nicht Sie Stadt, eine gewisse Stadt, sondern unbestimmt:Städte. Ferner (X. 87)
Gieb mir geneigten Blick.Anstatt: einen geneigten Blick, oder, geneigte Blicke. Mansehe, welche gute Wirkung dieses in den Rriegcsliedern desPreußischen Grenadiers hervorbringt.
„Wie kricgrische Trompete laut
„Erschalle, mein Gesang!anstatt: laut wie eine Trompete, oder wie Trompeten.
„Drum singet herrlichen Gesang :c.anstatt: einen herrlichen Gesang, oder, herrliche Gesänge.
„Er faßte weisen Schluß,anstatt: er faßte einen weisen Schluß.
II.
K.ogau läßt die Endung der Beyworter, nicht allein indem ungewissen, sondern auch in dem männlichen Geschleckteweg. Er sagt: „ein groß Verdruß, ein gut Soldat*, einstätig Gaul**, ein kriechend Erdcgcist n. s. w.
III.
K.ogau braucht sehr häufig das Beywort in dem unge-wissen Geschleckte als ein -Hauptwort. Z. E.
Seither ist unser Frey in Dicnstbarkcit verkehret-b,für: unsere Freyheit.
Nachwelt werd ihm alles Frech gar vergessen oder schenken;für: alle Frechheit.
— — — — Ein solches Rlug,
Dafür ein keuscher Sinn Entsetz und Grauen trug, -j-j-j-
° (IV. 4.) °° Sinngedicht 91. f Sinngedicht 15,7.
(XI. 24.) ffs Sinngedicht 1269.