Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
Seite
306
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Friedrichs von Logau Sinngedichte.

um das 2624tc Sinngedicht unsers Logaus über Sie Gicht zuverstehen:

Was man auch der Gicht immer Schuld gleich gebe/Ist sie fechlrisch doch, macht manch Aufgchcbe.

Und eben daher kömmt auch der sprichwörtliche Ausdruck: vielAufhebens machen; den man eigentlich nur von unnöthigcn,pralcrhaften Vorbereitungen brauchen sollte. Weil man abernach und nach diese wahre Ableitung vergessen, und vielleichtgeglaubt, das Wort aufheben sey nach dem lateinischen extollerogemacht worden, (gleichwie man erheben für loben,wirklich darnach gemacht hat) so hat man hernach den Begriffeines übermäßigen Lobes, einer Pralcrcy überhaupt damitverbunden:

Äugst für August. Zweite Zugabe 216, wo der Dichtervon einem Fuchsschwä'nzcr sagt:

Spricht wo sein großer Mann:

Mir ist gewaltig warm: so trocknet er die Stirne,

Eröffnet sein Gewand, entdecket sein Gehirne;

Obscho» für grimmen Frost des Daches Nagel springt.

Spricht jener: Mir ist kalt; obgleich die Tropfen zwingt

Die Hitz aus seiner Haut, so wird er dennoch zittern,

Und ließ ilmi auch im Äugst sein Kleid mit Fliehst» futtern.

Ausgleicher. So nennt Logau den Tod; weil er allenUnterschied unter den Menschen aufhebt. Sinng. 4SVK.

B.

Daar, 1. für bloß, leer. Sinng. 1721.- ist an Ehr und Namen baar.2. für barfuß, unbeschlagcn. Sinng. 1613.

Polschc Pscrdc gehen baar, pohlschc Leute gehn beschlagen :c.Dach, eine. Logau macht dieses Wort durchgängig weib-lichen Geschlechts. Sinng. 1267.

Der Zorn ist eine volle Bach.Auch Opitz, Tschcrning, Flcmming sagen die Bach.

Bankarr, ZdanMnö; ein außer der Ehe erzeugtes Kind.Man sehe, wie Logau Sinng. 976. die verschiedenen Benen-nungen solcher unehelichen Kinder ordnet: