Wörterbuch.
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Ein wohlbcnamtcs Volk sind gleichwohl Hurenkinder!Bey Bauern heißt mau sie zwar so nichts desto minder;Bey Bürgern besser noch, Bankart; und im GeschlechteDer Edel», Bastartez uud Beyschlag auch UnächteBey Fürst und Königen.
Allein es ist falsch, daß sonst kein Unterschied unter diesenWörtern seyn sollte. Bankart heißt jedes Kind, das außerdem Ehebette, welchem hier die Bank entgegen gesetzt wird,erzeugt worden. Bastart aber hat den Ncbcnbcgriff, daß dieMutter von weit geringerm Stande, als der Batcr, gewesensey; ja dieser Ncbcnbcgriff ist bcy den mittlern Schriftstellernoft der Hauptbcgriff, ohne daß dabey zugleich auf eine unehlichcGeburt sollte gesehen werden. Beyschlag klingt ziemlich nachder Stuttcrcy. Unächte Kinder glaubt man itzt weit feinernatürliche Kindcr ncnncn zu können; welche Benennung, nachLogalls Zeiten, aus der französischen in die deutsche Sprachegekommen ist. Zn dem sogenannten -Heldenbnche kömmt einaltes Wort vor, welches hiehcr gehört, und der Wiedereinfüh-rung vollkommen würdig ist: Rebskind. (Auf dem 49tcnBlatte der Ausgabe von 4560.)
„Sie sagten scltzam Mare„Wol auf den werden Mann,„Wie er ein Kcbskind wcre„Uud möcht kein Erbe han.
Barmherzigkeit und LLrbarmung unterscheidet Logau inder Aufschrift des 23tcn Sinngedichts im V Buchc. LLrbar-mung ist ihm das bloße unangenehme Gefühl, welches wir beyder Pein eines andern empfinden: Barmherzigkeit aber istihm weit mehr, nehmlich die thätige Bemühung, eines andernPein zu rvenden.
Bedurft, F.ebensbedurft, Sinng. 607. wofür wir jetztLcbcnsnothdurft sagen.
Befahren, sich: für befürchten. Sinng. 38. ist noch an vielenOrten im Gebrauche. Herr Bodmer hat das Hauptwort hievon:
„Ich entdeckte ihm meiner Seele Befahren;anstatt, die Besorgnisse meiner Seele. Ucbcrhaupt findet manin den Schriften dieses Dichters und seiner übrigen Landeslcute
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