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Friedrichs von Logau Sinngedichte.
viele dergleichen nachdrückliche Wörter, von gutem altem Schrotund Korne, die den meisten Provinzen Deutschlands fremde ge-worden sind und sich in der Schweiz am längsten erhalten haben.
Begünsten. Sinng. 2477. wofür wir ißt, etwas wohlklin-gender, begünstigen sagen.
Belieb, das. Sinng. 646.
Die Bibel, Gottes Wort, ist mein Belieb im Leben -c.
Belieben (I. 71.) scheint unserm Dichter die Bedeutung desWorts lieben zu verstärken. Eben so sagt er (IX. 404.) beHer-zen und beknssen. Auch finden wir dieses Wort mit belachenverbunden: belieben und belachen,
Be moll übersetzt Logau: Das linde Bc. Sinng. EinKunstwort, welches eingeführt zu werden verdienet, weil wir unssonst mit dem fremden behelfen müßten.
Bequemen, das; für die Bequemlichkeit. (XI. 26.) Aneinem andern Orte finden wir das A.l!stbequemen.
Bescheinen etrvas, ihm einen Schein, einen Anstrich geben.Zweyte Zugabc 72.
Wenn bvsc Weiber ihre Tücke wollen bescheinen,So wissen sie kein bcssers Mittel, als daS Weinen.
Besinnen, dieses Zeitwort, welches sonst nur ein Rccipro-cum ist, braucht Logau als ein bloßes Activum; da ihm dennerrvas besinnen so viel ist, als scincn Scharfsinn an etwaszeigen, worauf sinnen und es durch das Sinnen herausbringen.oxenFitsro. Anhang 264.
O Lieber, wie viel ists, das ich pflag z» besinnen?Geh, zähle mir die Stern, und menschliches Beginne»!An diesem Orte heißt es ihm so vicl als Sinngedichte machen.Wir finden dicscs Wort in eben dieser thätigen Bedeutung auchbeym Flcmming:
„Die Gesellschaft sprach ihm zu:„Dämon, was besinnest du?Besitzen, sich worauf setzen. (VII. 74.)
Redlich will ich lieber schwitzenAls die Hcnchlerbank besitzen-Besonnenheit; das Gegentheil von dem gebräuchlichernUnbesonnenheit. Anh. 174.