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5 (1839)
Entstehung
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309
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Wörterbuch.

309

Bestand, der; für Beständigkeit. (III. 88.) und Simig. 21t.

Hoffnung kriegt die Krön,Und Bestand den rechte» Lohn.

Nestehen; 4. Als ein Neutrum, für stehen bleiben, steckenbleiben. Sinng. 946.

im RückenBestund der heiße Pfeil:c.

2. Als ein Activum. Etwas bestehen heißt alsdann so vielals einem Dinge Stand halten, es ausstehen. Zm -Heldenbnchelesen wir es sehr oft; und auch in der Geschichte des RittersDon Guirolte von Manch« kömmt der Ausdruck ein Aben-theuer bestehen, häufig vor. Logau sagt: (XIII. 11.)Nähmen wir wohl eine Welt und bestünden noch einmalWas bisher uns dreyßig Jahr zugezählt an'Noth und Quaal?

Uud Opitz:

Sie wissen allen Fall des Lebens zu bestehen.Bestillen, für stillen; das Be verstärkt die Bedeutung, wiewir unter Belieben angemerket haben. Sinng. 2136.

Durst und Hunger sind die Mahner, die man nimmer kann bestillcn-

Morgen kommen sie doch wieder, kann man sie gleich heute füllen.Beyschub, Hülfe, Vorschub. (XI. 112.)

Ptochus rufet seinen Freund in der Noth um Bchschub an «c.Bieder, rechtschaffen, nützlich, tapfer. Wir lassen diesesalte, der deutschen Redlichkeit so angemessene Wort muthwilliguntergehen. Frisch führt den Passionsgcsang: O Mensch, be-wein dein Sünde groß zc. an, worinn es noch vorkomme. Wirwollen nachfolgendes Sinngedicht unsers Logaus in dieser Absichtanführen (III. 37.)

Wer gar zu bieder ist, bleibt zwar ein redlich Mann,

Bleibt aber, wo er ist, kömmt selten höher an.Biedermann ist zum Theil noch üblich. Bey ihm aberfindet man noch andere dergleichen nachdrückliche Composita; alsBiederrveib (V. 6.)

Ein Bicdcrwcib im Angesicht, ein Schandsack in der Haut

Ist manche

desgleichen Biederherz, (V. 20) Biederroesen, Sinng. 761.Biederslnnen, Sinng. 2110.