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Friedrichs von Logau Sinngedichte.
Freunden, sich zu einem; so viel als sich mit einem be-freunden. Sinng. 74.
Frevelich. So macht Logau dieses Wort; so muß es ge-macht werden: und das itzt gebräuchliche freventlich taugt ei-gentlich gar nichts. Frevel und frevellch aber heißt bey un-sern alten Schriftstellern alles, was in der Hitze einer gewalt-samen Leidenschaft gesagt oder gethan wird. Sinng. 4716.
Gewalt ist wie ein Kind: wo nicht Verstand sie leitet,
So stürzet sie sich selbst, weil sie zu frcolich schreitet.
Frevlerplan, der; ein altes poetisches Wort für, die Bahnder Frevler. Sinng. 761.
Will nicht wider Recht und Zucht, treten auf den Frevlerplan.
Frommen, einem; einem nützen. Anh. Z2. und öfter.
Frosch, der; heißt bey den deutschen Wundärzten die mitMaterie angefüllte Geschwulst, die, öfter bey Kindern, als beyErwachsenen, unter dem vordersten Theile der Zunge bey denFroschadcrn entstehet. Lateinisch rsnula. Logau nennt sie daherin der Überschrift des 74stcn Sinngedichts unsers cilftcn Bu-ches, eine Rinoerd'r«nkheir.
Udus wird gewiß den Frosch unter seiner Zunge haben,Den er immer fort und fort muß mit etwas nassem laben.Führen, eine Person; eine Person spielen. (IX. 7Z.)Die Person die ich itzt führe auf dem Schauplatz dieser Welt :c.Fürlieb. (VIII. 17.) So sagt Logau allezeit, wofür wiritzt fast durchgchcnds vorlieb sagen, wider unsere eigene ange-nommene Regel: daß nehmlich für allemal pro bedeuten solle.Fußgichr, die; das Podagra. Anh. 90.
Wer zum Tischtrunk Fischtrunk nimmt,Selten dem die Fußgicht kommt.So auch Darmgicht, ileus. (I. 9.)
G.
Gack; pr-LLLps, properus. Auch dieses den alten schwäbi-schen Dichtern sehr übliche, und uns nur noch in dem zusam-mengesetzten I«chzorn übcrblicbcne Wort, kömmt zwcymal beyunserm Logau vor 2. Zugabc 90.
Die Magd, die stieg aufs Heu, der Knecht, der stieg ihr »ach;
Sie ward gar sehr erhitzt, zur Rache ward ihr gach.