Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
Seite
333
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Wörterbuch.

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besten Verstände gebraucht ward. Shar'espear z. E. läßt denOthello seine Dcsdcmona in dem zärtlichsten Affekte vxevllvntWvncl, nennen. Eine Anmerkung in der Ausgabe, die wir voruns haben, erinnert dabey: Hio norä lNmc/t korvtotorv iiznilivlla Z^ounF ^Vomsn, oston an amiablo Wonmn, to tkat somo Imvotliou^Iit it a oorrn^tion c>nl^ from tliv >vorä I^s»tt«L. Alleins^e»-^/t und XNcnscb sind ihrem Klänge und ihrer Bedeutungnach viel zu genau verwandt, als daß sie nicht einerley Ursprunghaben sollten. Das Diminutivum XNcnschlcin braucht unserDichter in eben der Bedeutung für Mädchen. (IX. 86.)Eanus hat ein junges Mcnschlcin voller Glut und Geist genommen :e.Menschenchum, das, für das menschliche Geschlecht. (XIII. 8.)Würdig bist du, daß dein RuhmBleibt, weil bleibt das Menschcnthum.Milz. Logau sagt der Milz. (VIII. 8.)Mißbehagen, ist der Gegensatz von Wohlbehagen.Mißschrvören, für falsch schwören, ist die Überschrift des803 Sinngedichts.

Mordlich, so wie von Wort, wörtlich. Sinng. 862.Es trachten ihrer viel uns mördlich umzubringen.Ztzt sagen wir mörderisch, nicht von Mord, sondern von Mör-der; so wie wir kriegerisch, vcrräthcrisch, räuberisch, ehebreche-risch zc. nicht von Krieg, Verrath, Raub, Ehebruch, sondernvon den Hauptwörtern der zweyten Generation, von Krieger,Nerräthcr, Räuber, Ehebrecher ableiten.

Monöensohn, so nennt Logau einen wandelbaren, verän-derlichen Menschen. (XIII. 12.)

Mußtheil, das; von Muhs, Gemüse. Es heißt im ju-ristischen Verstände die Hälfte des Vorraths an Speisen,(cilisriis clomeltie!«) der bey Lebzeiten des Mannes vorhandengewesen, und am dreißigsten Tage, zu welcher Zeit man itztgewöhnlich zu inventircn pflegt, noch vorhanden ist. Die eineHälfte davon gehört der Wittwe, und die andere den Erben.K.ogan spielt mit diesem Worte, indem er es gleichsam vonmüssen herleitet, und Sinng. 41K sagt:

Das Mußtheil heißt man dieß, was nach des Mannes SterbenDie Frau von Rittcrsart muß theilen mit den Erben.