Wörterbuch.
341
Schimpf aber ist nicht Ernst -c.Mancher wird in Schimpf und Scherz:c.
Schlägefaul; so faul, daß Schläge nichts mehr verfangen.Sinnged. 91.
Unsre Welt ist schlägefaul;Setzt sich, wie ei» stätig Gaul.Schlaffen, für schlaff seyn. Sinng. 403.
Weil Recht eiu Knecht itzt ist, dem Frevel hat zu schaffen,Weil eignen Willens Zaum pflegt frev verhcnkt zu schlaffen -c.Schlechtlich, für schlecht. Zweyte Zugabc 102.So hat sein Ansehn er nicht schlcchllicheu gekränkt.Das angehängte en ist die Füllpartickcl der alten Sprache.
Schmärzrichen und Schmatzer. Beides sagt K.ogau fürKuß , Küßchcn. Sinnged. 685. und 2460.
Schmeißen für Schmeißfliegen. Erste Zugabe 137.Lara hat ein schönes Fleisch, eines von dem weiße»;Doch man saget, daß ihr drauf ofte sitzen Schmeißen.
Schnallen, mit den Fingern, so viel als schnipsen, vonSchnall, ein Schnipchcn. Simig. 966.
Der Donner Sinai wird kaum so hoch gcacht,
Als wann ein tönend Erz vom Hammcrschlagc schallet,
Und ein gebrechlich Mensch mit seinen Fingern schnallet.
Schnalzen ist mit dem vorhergehenden schnallen verwandt,und bedeutet gleichfalls mit den Fingern, oder auch mit derZunge, einen Laut machen. Sinnged. 1107.
Schnalzet und lecket mit lustigen Zunge».
Schnöde- Sinng. 2570.
Weiber die nia» wacker »c»nt sind gcmcinlich schnöde.Bey wuchern bedeutet das Wort schnöde allezeit so viel alsverachtet, verworfen, schändlich; z. E. Ein Mensch der einGreuel und schnsde ist:c. (Hiob XV. 15.) Ach -Herr siehedoch, wie schnöde ich worden bin. (Klagelieder I. 11.) Ztztaber, und auch bereits in der gegenwärtigen Stelle unsersDichters, scheinet es nicht so wohl eine passive als active Be-deutung zu haben, so daß ein schnöder Mensch, nicht einMensch heißet, der verachtet wird, sondern der andern verächt-lich begegnet.