Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
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342
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Friedrichs von Logau Sinngedichte.

Scksnen; 1. für schön seyn: Sinng. 16t>6.

Fürstinn, euer reines Schön Hot ci» Fieber itzt verhöhnet;Aber Schönes ruhet nur, daß es nachmals schöner schönet.

2- für schön machen: Zweyte Zugabc. Sinng. 218.Ein Maler ist er auch, der alle Laster schönet

Zu einer Helena--

Schönhäßlich; eines von den Wörtern, die, dem erstenAnscheine nach, einen Widerspruch in sich schließen. Das cilftcSinngedicht des ersten Buchs erklärt es.

Schoos-fall heißt das Recht, vermöge dessen eine Muttervon ihren Kindern erben kann; oder auch, diese Erbschaft selbst.Mit der Zweydeutigkeit dieses Worts hat unser Dichter in dem2474 Sinngedichte gespielt.Hnldibcrta hat kein Kind, weniger noch KindeskindcrzMancher Schooßfall, wie man sagt, fällt ihr dennoch zu nichts minder.Schüren; ein Kunstwort der Böttcher, wenn sie das bren-nende Pech in den Fässern hin und her rütteln. Sinng. 1639.Daß er Fasse nicht nur bindet, sondern daß er sie anch schürt.

Schwesterschaft. (XIII. 11.)O so denk ich auch zugleich an der Freundschaft Schwesterschaft :c.heißt an diesem Orte so viel als: an die blutsverwandte Freund-schaft. Schwesterschaft ist ein Wort, das mit dem WorteBrüderschaft von gleichem Gepräge ist, und eben so wenig un-terzugehen verdient, als dieses.

Schrvindeltumm, für schwindlicht. Sinng. 2916. Könnteman nicht diese beiden Wörter so unterscheiden, daß das ersteeinen Menschen bedeutete, dem wirklich schwindelt, und dasandere einen solchen, dem leicht schwindeln kann? Oder könn-ten sie nicht wenigstens die verschiedenen Grade des Schwin-dels bezeichnen?

Schwitzig. Sinnged. 464.Da geht es schwitzig her :c.D. i. es kostet vielen Schweiß.

Seitab, für bey Seite. Zweyte Zugabc S. 212.Zu Zeiten pflegt er den mit sich seitab zu zieh»,Dem seines Meisters Ruhm in sichcrs Ohr er lege.Dieses Ncbcnwort wäre bey den Schauspielen nicht unbcqucm