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Friedrichs von Logau Sinngedichte.
Testamenten««, die; für, das Frauenzimmer, welches einTestament macht. Sinng. 720. Testirerinn, welches mangemeiniglich dafür braucht, ist nicht so deutsch .
Thnrst, oder Durst, die; so viel als, Kühnheit, Muth einAbcnthcucr zu bestehen. Auch dieses alte Wort braucht unserLogau, wenn er von den kühnen Thaten der alten deutschen Hel-den spricht: (XIII. 10.)
Was wußten wir von Helden,Und ihrer Thnrst zn melden :c.Thurst kömmt her von dem alten Zeitworte tmren, torron, tor-ften; dürfen, nnd hat viel Achnlichkcit mit dem griechischen««90-05, guclaci». Man sehe das Zeitwort in den Fabeln desvon Nicdcnburg: (Fab. 67.)
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Und Fab. 70.
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Sucher gebraucht das Wort Sürstiglich (1 Mos. XXXIV. 26.)in eben diesem Verstände.
Mischen, sür zu Tische sitzen. (II. 66.)
Tödlich, oder, wie es bey andern geschrieben wird, tobelicht;von töbeln, und dieses von toben. Töbeln erklärt der Spatedurch fvroeulum olle, kilarom inlanlam int'anirv (Ke. die Stelle,wo löblich bey unserm Dichter vorkömmt, ist unter gach bereitsangeführet.
Torkeln für taumeln (II. 64.) und Sinngcd. 2628.Der Säufer auf den Beinen, der Buhler an den Sinne»,Sieht Wunder, wer dranf stehet, wie beide torkeln können.
Totter schreibt Logau , wofür wir Dotter schreiben. Sinng.2410.
Treuen sagt Logau durchgängig sür trauen, copulircn.Sinng. 769.
Ewigkeit die ohne ZielUns aufs neue treuen will.