ZZ» Friedrichs von Logau Sinngedichte.
Ist vcrschildwacht allezeitMit der freyen Redlichkeit.
verschlungen für verschlingen; von SchlunV. Sinngcd. 1130.
--doch es wird nicht funden
Was die Wolfe vor vcrschlundcn.
Versprechen, in der alten Bedeutung, so viel als schelten,schmähen. Sinng. 1846.
Wer von Fürsten reden will, will er Gutes reden nicht,Hüt er sich, daß anch sein Maul Erdcgötter nicht verspricht.
Verthun, so viel als unterbringen, auslcyhcn, austhun.Sinng. 412.
Was ists worüber mehr die Jungfern so entbrennen,Als wenn man sie pflegt alt und ungestalt zu nennen?Denn Jugend dient zur Zucht, und Schönheit zum verthun;Sind diese beide weg, so laßt man sie wol'l ruhn.
Schön müssen sie seyn, will der Dichter sagen, wenn sie baldMänner bekommen wollen; und jung müssen sie seyn, um Müt-ter werden zu können.
Vertreulich; Sinngcd. 798. wofür wir itzt vertraulich odervertraut sagen.
verviclen; Sinngedicht 618. und vielen; Sinngcd. 11l)Z.heißt so viel als inultipliearv, wofür wir itzt vcrviclfältigcn sagen:Daß er mit gevielten ZweigenMöge bis zun Sternen steigen.
Wir sollten das Wort vervielcn nicht untergehen lassen. Ver-mehren, vervielcn, vervielfältigen, sind drey Wörter, welchedienen, das verschiedene Zunehmen der Dinge an Größe, An-zahl und Eigenschaften genauer zu bestimmen. Z. E. DasWasser vermehrt sich; alle Blumen vervielcn sich; einige Blu-men vcrviclfältigcn sich.
Verrveiben, sich; zum Weibe werden, weibisch werden.Siehe Mcibling.
verzeihen, sich; anstatt Verzicht thun. Sinngedicht 734.
Wer viel Geld hat auszuleihen,
Muß der Freundschaft sich verzeihen.
Denn der Tag zum Wiedergeben
Pflegt die Freundschaft aufzuheben.