I. Von dem Wcscii der Fabel.
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„Mitkncchte des Aesopus gelüstet nach den trefflichen Feigen„ihres Herrn. Sie essen sie auf, und als es zur Nachfrage„kömmt, soll es der gute Acsop gethan haben. Sich zu recht-fertigen, trinket Aesop in grosser Menge laues Wasser; und„seine Mitkncchte müssen ein gleiches thun. Das laue Wasser
„hat seine Wirkung, und die Näschcr sind entdeckt."--
Was lehrt uns dieses Histörchen? Eigentlich wohl weiter nichts,als daß laues Wasser, in grosser Menge getrunken, zu einemBrechmittel werde? Und doch machte jener pcrsiche Dichter" ei-nen weit cdlcrn Gebrauch davon. „Wenn man euch," sprichter, „an jenem grossen Tage des Gerichts, von diesem warmen,und siedenden Wasser wird zu trinken geben: alsdcnn wird„alles an den Tag kommen, was ihr mit so vieler Sorgfalt„vor den Augen der Welt verborgen gehalten; und der Heuch-ler, den hier seine Verstellung zu einem ehrwürdigen Manne„gemacht hatte, wird mit Schande und Verwirrung überhäuft„dastehen!" — Vortrefflich!
Ich habe nun noch eine Kleinigkeit an der Erklärung desVe la Motte auszusetzen. Das Wort Ä.ehre (inNi-uetwn) ist zuunbestimmt und allgemein. Zst jeder Zug aus der Mythologie,der auf eine physische Wahrheit anspielet, oder in den ein tief-sinniger Vaco wohl gar eine transcenvent«lischc Lehre zu legenweis, eine Fabel? Oder wenn der seltsame -Holberg crzchlct:„Die Mutter des Teufels übergab ihm cinsmals vier Ziegen,„um sie in ihrer Abwesenheit zu bewachen. Aber diese machten„ihm so viel zu thun, daß er sie mit aller seiner Kunst und„Gcschicklichkcit nicht in der Zucht halten konnte. Dicsfalls„sagte er zu seiner Mutter nach ihrer Zurückkunft: Liebe Mut-„tcr, hier sind eure Ziegen! Ich will lieber eine ganze Com-„ pagnic Reuter bewachen, als eine einzige Ziege." — Hat -Hol-berg eine Fabel crzchlct? Wenigstens ist eine Lehre in diesemDinge. Denn er setzet selbst mit ausdrücklichen Worten dazu:
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