37(1 Abhandlungen iibcr die Fabel.
läßt?" Ein jedes Gleichniß, ein jedes Emblem» würde cincFabel seyn, wenn sie nicht eine Mannigfaltigkeit von Bildern,und zwar zu Einem Zwecke übereinstimmenden Bildern; wennsie, mit einem Worte, nicht das nothwendig erforderte, waswir durch das Wort -Handlung ausdrücken.
Eine -Handlung nenne ich, eine Folge von Veränderun-gen, die zusammen Ein Ganzes ausmachen.
Diese Einheit des Ganzen beruhet auf der Uebereinstim-mung aller Theile zu einem Endzwecke.
Der Endzweck der Fabel, das, wofür die Fabel erfundenwird, ist der moralische Lehrsatz.
Folglich hat die Fabel eine -Handlung, wenn das, was siecrzchlt, cinc Folge von Veränderungen ist, und jede dieser Ver-änderungen etwas dazu beyträgt, die einzeln Begriffe, aus wel-chen der moralische Lehrsatz bestehet, anschauend crkcnncn zu lasscn.
Was die Fabcl crzchlt, muß cinc Folge von Veränderun-gen seyn. Eine Vcrändcrung, odcr auch mchrcrc Veränderun-gen, die nur neben einander bestehen, und nicht auf einanderfolgen, wollen zur Fabcl nicht zureichen. Und ich kann cs fürcinc imtricglichc Probc ausgeben, daß cinc Fabcl schlccht ist,daß sie dcn Namcn dcr Fabcl gar nicht vcrdienct, wcnn ihrevcrmcintc Handlung sich ganz mahlen läßt. Sie cnlhält als-denn cin bloßcs Bild, und dcr Mablcr hat keine Fabcl, son-dern ein Emblema gemahlt. — „Ein Fischer, indem er sein„Netz aus dem Mccrc zog, blieb dcr grossem Fische, die sich„darinn gefangen hatten, zwar habhaft, die kleinsten aber„schlüpften durch das Netz durch, und gelangte» glücklich wieder„ins Wasser." — Diese Erzchlung befindet sich unter dcn Ac-sopischcn Fabeln abcr sie ist kcinc Fabcl; wenigstens cinc sehrmittclmcisslgc. Sie hat kcinc Handlung, sic enthält cin blosseseinzelnes Factum, das sich ganz mahlen läßt; und wcnn ichdieses einzelne Factum, dieses Zurückbleiben dcr grösscrn unddieses Durchschlüpfen dcr kleinen Fische, auch mit noch so vielandern Umständen erweiterte, so würde doch in ihm allein,
° I.idr. V. ?s>). 8." ?!>>-. ^olop. 126.