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5 (1839)
Entstehung
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386
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Abhandlungen über die Fabel.

Hier bin ich also! Die Fabel erfordert deswegen einen wirk-lichen Fall, weil man in einem wirklichen Falle mehr Bcwc-gungsgründe und deutlicher unterscheiden kann, als in einemmöglichen; weil das Wirkliche eine lebhaftere Ueberzeugung mitsich führet, als das bloß Mögliche.

Aristoteles scheinet diese Kraft des Wirklichen zwar gekanntzu haben; weil er sie aber aus einer unrechten Quelle herleitet,so konnte es nicht fehlen, er mußte eine falsche Anwendungdavon machen. Es wird nicht undicnlich seyn, seine ganzeLehre von dem Exempel ?i:«p«<5xt^«7-o?) hier zu über-sehen". Erst von seiner Einthcilung des Exempels: Nap«-

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überhaupt ist richtig; von einem Commcntator aber wurde ichverlangen, daß er uns den Grund von der Untcrabtheilungder erdichteten Exempel beybrachte, und uns lehrte, warumes deren nur zweyerley Arten gebe, und mehrere nicht gebenkönne. Er würde diesen Grund, wie ich es oben gethan habe,leicht aus den Beyspielen selbst abstrahircn können, die Aristo-teles davon giebt. Die Parabel nehmlich führt er durch eincvo-ürx? ein; und die Fabeln crzchlt er als etwas wirklich

Geschehenes. Der Commcntator müßte also diese Stelle so um-schreiben: Die Exempel werden entweder aus der Geschichte ge-nommen, oder in Ermanglung derselben erdichtet. Bey jedemgeschehenen Dinge läßt sich die innere Möglichkeit von seinerWirklichkeit unterscheiden, obgleich nicht trennen, wenn es eingeschehenes Ding bleiben soll. Die Kraft, die es als ein Exem-pel haben soll, liegt also entweder in seiner blossen Möglichkeit,oder zugleich in seiner Wirklichkeit. Soll sie bloß in jener lie-gen, so brauchen wir, in seiner Ermanglung, auch nur einbloß mögliches Ding zu erdichten: soll sie aber in dieser liegen,so müssen wir auch unsere Erdichtung von der Möglichkeit zurWirklichkeit erheben. Zn dem ersten Falle erdichten wir eine

° ^rislolele« NIleloi-. lid. II. c»i>. SV.