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5 (1839)
Entstehung
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387
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I. Von dem Wcscn der Fabel.

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Parabel, und in dem andern eine Fabel. (Was für eineweitere Einthcilnng der Fabel hieraus folge, wird sich in derdritten Abhandlung zeigen).

Und so weit ist wider die Lehre des Griechen eigentlichnichts zu erinnern. Aber nunmehr kömmt er auf den Werthdieser verschiedenen Arten von Exempeln, und sagt: ZZto-l 6' o5

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mich itzt nur an den letzten Ausspruch dieser Stelle halten.Aristoteles sagt, die historischen Exempel hatten deswegen einegrössere Kraft zu überzeugen, als die Fabeln, weil das Ver-gangene gemeiniglich dem Zukünftigen ähnlich sey. Und hierum,glaube ich, hat sich Aristoteles gcirrct. Von der Wirklichkeiteines Falles, den ich nicht selbst erfahren habe, kann ich nichtanders als aus Gründen der Wahrscheinlichkeit überzeugt wer-den. Ich glaube bloß deswegen, daß ein Ding geschehen, nnddaß es so und so geschehen ist, weil es höchst wahrscheinlich ist,nnd höchst unwahrscheinlich seyn würde, wenn es nicht, oderwenn es anders geschehen wäre. Da also einzig und allein dieinnere Wahrscheinlichkeit mich die ehemalige Wirklichkeit einesFalles glauben macht, und diese innere Wahrscheinlichkeit sich ebenso wohl in einem erdichteten Falle finden kann: was kann dieWirklichkeit des erstem für eine grössere Kraft auf meine Ueber-zeugung haben, als die Wirklichkeit des andern? Za noch mehr.Da das historisch Wahre nicht immer auch wahrscheinlich ist; daAristoteles selbst die Sentenz des Agatho billiget:

cxv xixo? cxi_>7'o T'oi^' en'oct, ^x^c>^:L^oT'oio'l oun xtxo.'cx:

da er hier selbst sagt, daß das Vergangene nur gemeiniglichT-o iroX^) dem Zukünftigen ähnlich sey; der Dichter aberdie freye Gewalt hat, hicrinn von der Natur abzugehen, undalles, was er für wahr ausgicbt, auch wahrscheinlich zu machen:

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