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J92 Abhandlungen iibcr die Fabel.
angenommen) nnd soll nichts weniger als wunderbar seyn. —Wenn ich in der Schrift lese": „Da that der Herr der Eselin„den Mund ans und sie sprach zu Bilcam zc." so lese ich et-was wunderbares. Aber wenn ich bey dem Aesopus lese"":
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LlTkrtv: „Damals, als die Thiere noch redeten, soll das„Schaf zu seinem Hirten gesagt haben:" so ist es ja wohl of-fenbar, daß mir der Fabulist nichts wunderbares crzchlcn will;sondern vielmehr etwas, das zu der Zeit, die er mit Erlaubnißseines Lesers annimmt, dem gemeinen Lauffc der Natur voll-kommen gemäß war.
Und das ist so bcgrcifflich, sollte ich meinen, daß ich michschämen muß, noch ein Wort hinzuzuthun. Zch komme vielmehrsogleich auf die wahre Ursache, — die ich wenigstens für diewahre halte, — warum der Fabulist die Thiere oft zu seinerAbsicht bequemer findet, als die Menschen. — Zch setze sie indie allgemein bekannte Destandcheir Scr Lharac'rerc. Ge-setzt auch, es wäre noch so leicht, in der Geschichte ein Exempelzu finden, in welchem sich diese oder jene moralische Wahrheitanschauend erkennen liesse. Wird sie sich deswegen von jedem,ohne Ausnahme, darinn erkennen lassen? Auch von dem, dermit den Eharaktcrcn der dabey jntcrcssirtcn Personen nicht ver-traut ist? Unmöglich! Und wie viel Personen sind wohl in derGeschichte so allgemein bekannt, daß man sie nur nennen dürfte,um sogleich bey einem jeden den Begriff von der ihnen zukom-menden Denkungsart und andern Eigenschaften zu erwecken?Die umständliche Charaktcrisirung daher zu vermeiden, bey wel-cher es doch noch immer zweifelhaft ist, ob sie bey allen dienehmlichen Zdccn hervorbringt, war man gezwungen, sich lieberin die kleine Sphäre derjenigen Wesen einzuschränken, von de-nen man es zuverlässig weis, daß auch bey den Unwissendstenihren Benennungen diese und keine andere Zdce entspricht. Undweil von diesen Wesen die wenigsten, ihrer Natur nach geschicktwaren, die Rollen srcycr Wesen über sich zu nehmen, so cr-liim.v - HMtM/j,,' „k in? ör.(i !ir<l!l tchum? '>tW' n,U,Mi:
" t B. Mos. xxll. 28."° xali. ^elup. 316.