Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
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406
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Abhandlungen über die Fabel.

Und wie könnte es auch? Haben wir ihnen einmal Freyheitund Sprache zugestanden, so müssen wir ihnen zugleich alleModifikationen des Willens und alle Erkenntnisse zugestehen,die aus jenen Eigenschaften folgen können, auf welchen un-ser Vorzug vor ihnen einzig und allein beruhet. Nur ihrenCharakter, wie gesagt, müssen wir durch die ganze Fabel fin-den; und finden wir diesen, so erfolgt die Illusion, daß eswirkliche Thiere sind, ob wir sie gleich reden hören, und ob siegleich noch so feine Anmerkungen, noch so scharfsinnige Schlüssemachen. Es ist unbeschreiblich, wie viel Svpkismataon caulnut cauko die Kunstrichtcr in dieser Materie gemacht haben. Un-ter andern der Verfasser der britischen Briefe, wenn er von sei-nem Hermann Axel sagt:Daher schreibt er auch den unver-nünftigen Thieren, die er aufführt, niemals eine Reihe vonAnschlägen zu, die in einem System, in einer Verknüpfung stc^,,hcn, und zu einem Endzwecke von weiten her angeordnet sind.Denn dazu gehöret eine Starke der Vernunft, welche über denInstinkt ist. Zhr Instinkt giebt nur flüchtige und dunkle Strah-len einer Vernunft von sich, die sich nicht lange empor haltenkann. Alis dieser Ursache werden diese Fabeln mit Thierpcr-soncn ganz kurz, und bestehen nur aus einem sehr einfachenAnschlage, oder Anliegen. Sie reichen nicht zu, einen mensch-lichen Charakter in mehr als einem Lichte vorzustellen; ja derFabulist muß zufrieden seyn, wenn er nur einen Zug einesCharakters vorstellen kann. Es ist eine ausschwciffcndc Zdccdes Pater Zbojsue, daß die acsopischc Fabel sich in dieselbeLänge wie die epische Fabel ausdehnen lasse. Denn das kannnicht geschehen, es sey denn daß man die Thiere nichts vonden Thieren behalten lasse, sondern sie in Menschen verwandle,welches nur in possierlichen Gedichten angehet, wo man dieThiere mit gewissem Vorsatz in Masken aufführet, und dieVerrichtungen der Menschen nachäffen läßt, zc." Wie son-derbar ist hier das aus dem Wesen der Thiere hergeleitet, wasder Kunstrichtcr aus dem Wesen der anschauenden Erkenntniß,und aus der Einheit des moralischen Lehrsatzes in der Fabel,hätte herleiten sollen! Ich gebe es zu, daß der Einfall desPater Zdossne nichts taugt. Die acsopischc Fabel, in dic Länge