IV. Von dem Vortrage der Fabeln.
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„wagen dürsten, da (lwintilian lehret, man könne die Erzch-„liingcn nicht lustig genug machen (oA-ivvr). Zch brauche keine„Ursache hiervon anzugeben, genug, daß es Äuintilian sagt. —Zch habe wider diese Autorität zwcycrlcy zu erinnern. Es istwahr, (üuintllian sagt: IZgo voro niurationom, ut 1i u»am nar-toiu orationis, omni, lni» potett, Aratia A vvnerv vxninaliclamnuto und dieses muß die Stelle seyn, worauf sich la Fon-taine stützet. Aber ist diese Grazie, diese Venus, die er derErzchlung so viel als möglich, obgleich nach Maaßgcbung derSache zu ertheilen bcfichlct, ist dieses Lustigkeit? Zch solltemeinen, daß grade die Lustigkeit dadurch ausgeschlossen werde.Doch der Hauptpunkt ist hier dieser: (Unintilian redet von derErzchlung dcs Facti in einer gerichtlichen Rede, und was ervon dieser sagt, ziehet la Fontaine, wider die ausdrückliche Regelder Alten, auf die Fabel. Er hätte diese Regel unter andernbey dem Theon finden können. Der Grieche redet von demAortragc der Erzchlung in der Chric, — wie plan, wie kurzmuß die Erzchlung in einer Chrie seyn! — und setzt hinzu:
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Die Erzchlung der Fabel soll noch planer seyn, sie soll zusam-mengepreßt, so viel als möglich ohne alle Zicrrathcn und Fi-guren, mit der einzigen Deutlichkeit zufrieden seyn.
Dem la Fontaine vergebe ich den Mißbrauch dieser Autori-tät des (Uuimilians gar gern. Man weiß ja, wie die Franzosenüberhaupt die Alten lesen! Lesen sie doch ihre eigene Autorcsmit dcr unvcrzcihlichstcn Fattcrhaftigkcit. Hier ist gleich einErcmpcl! ZOe la Motte sagt von dem la Fontaine: 1»utOriZiusI «zuil vtt ds»8 les mimioros, il otoit ^llmirstvur «los^»eions ^uslma l^ ^>rovontion, cvmmo 1'ils vustvnt 6t6 los mc>-tlolos. 6»v'e!)ote', clit-il, e^t /'a^/s <^ Ä o/'^
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t/t't'""'. Man kann nicht verstümmelter anführen als de la Motte
° vuwcliliiliiu» Ins«. <Zr»f. UIi, IV. c-ip 2.
°° 8etl pluriinum r^svit, <ju»>- tit ii-Uuril vM» rvi, >iusm exiwiümus./</c»>, iöic/e»!.
Uilcouiü tur w t'-llilv p. 17.