Druckschrift 
9 (1839)
Entstehung
Seite
21
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Ueber die Fabel» aus den Feiten der Minnesinger, 21

Wenn schlecht wort nutz sint

Keinen frumen er von in genympt

ES prediget mancher von hohem rat

Der sich selber nicht verstat

Der wol das schwer! prechen kan

Dem ist es nutz vil manch man

Trcit spcr mcsser unde schwert

Die ym sein cleines nutz wert

In seiner hant das ein ende hat

Diß puch das do hie geschrieben stat

Wer es list oder lest lesen

Der muß selig ymmer wesen

Und wem es zu lieb geticht sey

Der muß ymer werden frey

Vor allen ungluck ymmer mce

Sein sele befind nymer weeZch will mich itzt nicht bey einzeln Stellen aufhalten, welcheso, wie sie hier gelesen werden, kaum verständlich sind. Ichwill nur sogleich meine Leser jenen Umstand bemerken lassen,der mir so besonders auffiel. Doch ohne Zweifel haben sie ihnschon von selbst bemerkt. Es ist die Zeile:

Hundert pcispil han ich geleit"Hundert Beyspiele! Ganze hundert Fabeln also, sagt der Dich-ter ausdrücklich, daß er in seinem Buche erzählt habe. Undwo finden sich diese hundert Fabeln, in der Ausgabe derSchweißer? Diese hat deren, nach eigner Numcrirung, nichtmehr als vier und neunzig: oder gar nur drey und neunzig,wenn man genauer nachzählet. Denn da, wo die eine Hand-schrift angefangen, springet die Zahl von XXIII sogleich aufXXVI. Und obschon dazwischen auf der 45stm Seite ein Ab-satz vorkömmt, der ohne Zahl geblieben, aber die Zahl XXIVführen sollte, weil er eine besondere vollständige Fabel ist: sofehlet doch noch immer Nummcr XXV; und in allem fehlenfolglich, an der vollen Anzahl von hundert, ganzer sieben Stück.

Aber die Bamberger alte Ausgabe wird sie doch vollzählighaben, diese hundert Stück? Das durste ich kaum hoffen; undzu meinem grossen Leidwesen fand ich in ihr deren gar nur