Romulus und Nimicius.
o7
Ich kaiin nun den Rest des alten Illmer Drucks mit einPaar Worten abfertigen. Denn alles, was er noch enthält,siebzehn Fabeln des Avianus, und drey und zwanzig Fabelnoder vielmehr Histörchen aus dem Adclfonsus, Dcligamus undPoggius, insgesamt mit deutschen Ucbcrsetzungcn, das kannzu meiner gegenwärtigen Untersuchung nun weiter nichts dienen.Was fehlte auch noch, um diese nicht völlig geendet zu haben?
Denn da eine Handschrift, die schon Gudius für älter alsfünfhundert Zahr erkannte, die Fabeln des Romulus enthält,und zwar die nehmlichen Fabeln des Romulus, die bereits imfünfzehnten Seculo zu Ulm gedruckt worden; dieser Ulmer Druckaber ganz gewiß nicht vom Rimicms besorgt worden, auchNimicius weiter keinen Theil daran hat, als daß man seineÜbersetzung von dem Leben und einigen Fabeln des Acsopusdarum aufgenommen: so ist es ja wohl nunmehr so ausge-macht, als nur immer etwas dieser Art ausgemacht seyn kann,daß nicht allein Romulus und Nimicius zwey ganz vcrschicdncPersonen sind, sondern daß auch Rimicius nie an den Romu-lus die geringste Hand gelegt, wenigstens zuvcrläßig nicht anden Romulus, mit welchem ihn Nevelet ganz verwechselte,oder für dessen Herausgeber ihn N'ilanr angenommen. Einesist eben so falsch als das andere: und ich muß es nochmalsund nochmals wiederholten, daß die ganze Verwirrung nichtszum Grunde hat, als den unwissenden Leichtsinn eines jungen
das Leben als die Fabel» des Acsopus, aufs neue heraus zu geben. Aberes ist unterblieben. Eine solche Handschrist findet sich auch in Deutschland ,in dcr Bibliothek der Stadt Augspurg, auf die schon scit 1741 Io. MichaelHeusinger die Gelehrten aufmerksam gemacht haben sollte. Sein Zeugnißund seine Versicherung, hätte ich gcmcvnct, müßte diesen Schatz an das Lichtzu bringen, ohnfchlbar veranlassen. Aber auch das ist nicht geschehen. Viel-leicht weil es sich nicht dcr Mühe verlohnte? Es verlohnt sich ihrer rechtsehr; wie ich ganz gcwiß weiß. Denn endlich bin ich so glucklich gewesen,eine Abschrift von besagtem Augsvurgischcn Codex zu erhalten, aus dcr ichsehe, daß er alle meine Erwartung übcrtrift. Diese Abschrift ist vou dcrHand dcr Madame Reiök:, die sich damit um die Griechische Litteratur un-endlich vcrdicnlcr wird gemacht habcn, als eine Madame Dacieu mit allcnfranzösischen Ucbcrsctzungcn, wenn man künftig einmal den Acsop einzig solese» wird, wie ma» ihn ohne ihr Zuthun vielleicht noch lange nicht, viel-leicht auch wohl nie gelesen halte.