Druckschrift 
9 (1839)
Entstehung
Seite
60
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60 Zur Geschichte und Litteratur. Erster Beytrag.

es gedruckt worden, nichts zuverläßiges wissen; welches dennvielleicht mit Ursache war, daß er noch immer einem Ztaliäncrso viel Theil daran ließ. Dazu kam, daß er selbst einige ein-gestreute Nachrichten von den Urhebern der Fabeln in diesemseinem bloß lateinischen Drucke anders las, als sie in dem la-tcinischdcutschcn zu lesen sind. So las er unter andern, zumSchlüsse der siebzehn Fabeln nach der Übersetzung des Rimicius,dort die Worte: kc-ZIttrum fabul.-rrum proclietarum Mo^! <ju!>sRimicius tranl'tulit; welche hier, angcführtcrmaasscn, ganz anderslauten, und so lauten, daß er sie selbst sicherlich nicht von demHerausgeber würde verstanden Haben. Aus diesen verändertenSchlußformeln ist aber denn wiederum klar, daß auch der ganzlateinische Druck nicht unmittelbar aus unserer ursprünglichenlatcinischdeutschcn Ausgabe durch die blosse Zusammenrückunggenommen, sondern nachher aufs neue aus ihr abgesetzet worden.So zerrissen und verstümmelt indeß das Burmannischc Exemplardavon auch gewesen: so eine wichtige Rolle hat es gleichwohlin den Handen der Kritik gespielct. Denn nicht allein hat esNilant zu seinem Nomulus gebraucht; sondern auch Lannegiererzum Avianus , von dem es ebenfalls viele Jahre später hieß,daß er nun erst im Drucke erscheine, nachdem ein grosser Theilvon ihm vorlängst schon dort mit abgedruckt gewesen. Ichschliesst daraus auf den um so viel grössern Werth unseresoriginalen und so vollständig erhaltenen Exemplars, und darfmich nicht reuen lassen, so viel Worte davon gemacht zu haben.

Noch komme ich mit wenigen auf den Nomulus wiederzurück; um mir selbst Rechenschaft zu geben, was denn nundiese ganze Untersuchung eigentlich nütze. Wozu hilft es, obwir die Kahlmäuscrey wissen, oder ob wir sie nicht wissen, daßNomuluS Romulus gewesen, nud Rimicius nie etwas mit demRomnlus zu thun gehabt? Alles wohl überlegt, denke ichdoch, daß ich nicht so ganz für die leidige Neubcgicrdc gearbei-tet habe. Denn man kann den Romulus in einem doppeltenLichte betrachten; als eine magere Kuh für sich, und als einemagere Kuh, nachdem sie eine fette verschlungen, die man gernwieder aus ihr heraus haben möchte. Ich will sagen, man kannin ihm entweder den blossen Nomulus, einen blossen Schrift-