76 Zur Geschichte und Litteratur. Erster Beytrag.
dcS Junkers, sondern auch in dem Summarischen Berichte un-gemcin an. „Es verdienet, sagt er, von einem der wohl Tür-kisch könnte, ganz verdolmetschet zu werden." Nun ist es wahr,dieses sagte K.uSolf gegen das Ende des vorigen Jahrhunderts.Was damals seine gute Richtigkeit hatte, bärste leicht, siebzigZahrc später, wenigstens nicht mehr für voll gelten. Wir wissenvon der Geschichte der morgcnländischen Völker ißt unendlichmehr, als Rudolf wissen konnte; und es wäre kein Wunder,wenn bey so vielen Orientalischen Quellen, die neuerer Zeit nachFrankreich und England gekommen, eine einzelne in Deutsch-land , die so lange kein Mensch mehr besucht hat, völlig un-brauchbar geworden wäre.
Unbrauchbarer, will ich zugeben: aber völlig unbrauchbar,sollte ich doch nicht denken. — Schickarö hat, die deutscheWahrheit zu sagen, nur eben den ungesunden Schaum obenabgeschöpft; nur eben das, was Hr. Reiste in dem Abulfedamit Verachtung übcrgieng. Denn was cr uns von den erstensechs Geschlechtern daraus mitgetheilet, ist entweder höchst un-statthaft, oder wir brauchen es nicht erst von einem Türken zulernen. Was cr uns von dem siebenden, dem Geschlechte desMuhammeds, daraus mittheilen wollte, dürfte itzt wohl auchnicht weiter als zur Bestätigung des dienen, was wir aus ei-gentlichen Arabischen Quellen, durch Gagnier, Sale, Reisteund andere, seitdem sehr zuverläßig erfahren haben. Ebendieses dürste von dem achten und neunten, den Gcschlechtsfolgender Kalifen beider Häuser, gelten: desgleichen, wie schon erin-nert, von dem sechzehnten; des siebzehnten gar nicht zu ge-denken, als von welchem wir aus einem dürren Stammbaumcwohl schwerlich mehr lernen dürsten, als man selbst zu SchickardsZeiten bereits aus dem -L.eunclavms wußte, oder wir ißt, nochrichtiger und vollständiger aus dem Ramemir und andern, wissenkönnen. Allein nun sind noch die sechs Geschlechter, vom Mmbis löten übrig; derjenigen kleinern Regenten nehmlich, die sichnach und nach in Persien und Indien von den Kalifen abge-rissen hatten, und unabhängige Herren geworden waren. Undderen Gcschlechtsfolgen, glaube ich, würden dem Liebhaber derGeschichte sehr willkommen seyn; ob auch sie schon größten Theils