102 Zur Geschichte und Litteratur. Erster Beytrag
Er will dir schreiben an dein Grab,
Wclchs dann seyn wird ein Dohne:Hie zappelt der vermessne Schwab,
Und hat ein Strick zu Lohne ,Für sein Blutdurst, Betrug und Tandt,
Er hat darnach gerungen,Die Nachtigall hat noch iren Standt,
Sie bleibt wohl unverdrungen.Das ganze Lied ist nicht schlecht, und kann zu der Zeit gefal-len haben, als man die Personen vor sich hatte, auf die es an-spielte. Es muß gegen 1586 gemacht seyn.
Zwanzig Zahrc vorher, würde Masor unsrer Nachtigall einganz anderes Lied gesungen haben. Denn damals zog er mitseiner lateinischen Poesie gegen Grumbacker» sehr bitter zu Felde;ohne Zweifel, sich bey dem Churfürsten Augustus damit ein-zuschmeicheln, der eben im Begriff war, mit andern Waffengegen ihn loszubrechen. Ich habe dieses zuerst aus einem un-gedrucktcn lateinischen Gedichte gclernct, welches sich unter denManuskripten unserer Bibliothek befindet, und den Titel führet:Lponzia a<1 tollencias viiulontas eiiminatlmivs, «juikus clelor-inaro eonatur nnmon vt tsmam maAuammi Horo!« I^Me/mi «tst'llMÜac'/t, Ma/c,?', I^oeta malellieus; Ineorti eu^usclam.
Ich will nicht sagen, daß dieser Schwamm alle Flecken vonGrnmbachs gutem Namen abwischt: aber doch gewiß manche;wenn es schon nur diejenigen wären, welche sich auch ohneSchwamm abblasen lassen.
Zch füge noch Eines hinzu. Ich darf kühnlich sagen, daßfast alle Geschichtschreiber, in Erzählung der GrumbachschcnHändel, dem -Hubcrms Aangnerns blindlings folgen. Aber-Huberrns L.angaetus war ein vertrauter Diener des Chur-fürsten Angustus; welcher leider in dieser Sache, Parthey undRichter spielte. Noch mehr: ich weiß, daß die Ursache, warumAugristns den L.ang«etus an den König von Frankreich ab-schickte, vornehmlich Grumbach war. Die Znstruction, welcheder Churfürst seinem Gesandten ertheilte, ist abschriftlich inunsrer Bibliothek; und würde kein unebener Zusatz zu denNiiiNvIis k-cretis lluborti I^nZueti seyn, die L.udervig heraus-