1S0 Zur Geschichte und Litteratur. Erster Beytrag.
Mehr, glaube ich, bedarf cs nicht, folgende wenige, aberbisher noch »»gedruckte Zeile» des grosse» Maimcs einzuleiten,der, wenn cs nach mir gimgc, nicht eine Zeile vergebens müßtegeschrieben haben. Was es aber damit für Wcwandtniß habe,glaube ich nicht besser, als mit Mosheims Worte» angebe» zukönnen; besonders da diese Worte selbst, dabey gelegentlich einelitterarische Erläuterung und Bestätigung erhalten könne».
Als Mosheim 1725 seine hierhcrgehörige Schrift, hinterdem ersten Theile seiner heiligen Reden, herausgab, schickte crfolgende Erklärung darüber voraus. „Die beygefügten Ecdan-,,kc» von der Lehre derer, die dc» Strafen der Hölle ein Ziel„setze», sind vo» mir gcfodcrt worden. Andere haben weitläuf-iger und gelehrter von dieser Sache geschrieben. Und ich kanns„daher wohl leiden, wenn man glaubt, meine Arbeit sey un-„nöthig. Die unschuldige Ucbereilung von einigen mciiicr Freunde,„die gegen mein Wisse» dieselbe wollen drucke» lassen, und zwar„nicht ohne Fehler, hat mich bewogen, da ich ihr Vorhaben„erfahren, ihnen zu versprechen, daß ich selbst den Druck be-sorgen würde. Ich vollziehe jctzund meine Zusage. Und was„ist denn hierin strafwürdiges? Oder würde ich nicht, wenn ich„meine Zusage nicht gehalten, eben so sehr gcsündigct haben,„als da ich dieselbe vollziehe? Es ist endlich besser, einige Bo-„gen zu viel, als zu wenig, vo» dergleichen Dingen der Welt„zu liefern. Und je mehr Einfluß diese Lehre in gewisse Wahr-heiten des Glaubens hat, die den Grund der Seligkeit be-treffen, je öfftcrs hat man Ursache, die Bcweisthümcr dersel-ben feste zu setzen. Man pflegt stets auf die Vernunft hierin»„sich zu berufe». Und cs kommt vielen der berühmtesten Mä»-„ncr vor, als wenn die Sache derjenigen, welche die Ewigkeit„der Strafen behaupten, beynahe vcrlohrcn seyn würde, wenn„man diese allein fragen wollte. Zch glaube das Gegentheil,„ohne daß ich andere deswegen verachten will, die anders„denken. .Mir dcucht, daß die Vernunft, wo nicht stärker,„doch eben so stark, vor dicjcnigcn streite, welche die Ewig-keit, ^lls vor die, welche das Ende der göttlichen Rache ver-theidigen. Man sieht oft gewisse Mcynungcn der Menschen,„die dc» Beyfall der meiste» erhalten, für klare Gesetze der