Druckschrift 
9 (1839)
Entstehung
Seite
167
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Leiblich von den ewigen Strafe»,

tcrdings auch von jedem Zustande des Ganzen, nach der Hy-pothcs des immerwährenden Wachsthums zu verstehen. DasGanze mag in dem nehmlichen Grade der Vollkommenheit fort-dauern, oder jeden Augenblick an Vollkommenheit wachsen: sohindert das eine eben so wenig, als das andere, daß nichteinzelne Wesen eben so wohl an Vollkommenheit zunehmen alsabnehmen könnten. Ohne dieses mögliche Abnehmen ist bey mo-ralischen Wesen die Sünde unerklärlich; und mehr, als ebendieses mögliche Abnehmen, braucht es nicht, auch die Strafe,ja die ewige Strafe der Sunde, selbst in dem System der im-mer wachsenden Vollkommenheit, zu erklären.

VIII. Aber ich muß zuvörderst jene esoterische grosse Wahr-heit selbst anzeigen, in deren Rücksicht L.eibmy, der gemeinenLehre von der ewigen Acrdammniß das Wort zu reden, zuträg-lich fand. Und, welche kann es anders seyn, als der fruchtbareSatz, daß in der Welt nichts insulirct, nichts ohne Folgen,nichts ohne ewige Folgen ist? Wenn daher auch keine Sündeohne Folgen seyn kann, und diese Folgen die Strafen derSünde sind: wie können diese Strafen anders als ewigdauern? wie können diese Folgen jemals Folgen zu habenaufhören? Hr. Eberhard selbst erkennet, in diesem Verstände,die Ewigkeit derselben, und drückt sich mit aller Stärke undWürde darüber aus.Wenn nichts anders die endlose Hölleseyn soll, als dieser ewige Schaden, der uns von jeder Ver-sündigung ankleben soll: so wird niemand bereitwilliger seyn,als ich, dieser Meynung die Hände zu bieten. Ich werdegern alle Mißdeutungen, denen der Ausdruck könnte unter-worfen seyn, um der Sache selbst willen, übersehen. Ichwerde es mit allem Eifer, und mit aller Ucbcrrcdungskraft,die mir Gott gegeben hat, den Gemüthern einzuprägen suchen,daß eine jede Unsittlichkcit ihre böse Folgen bis ins Unendlichehabe, daß ein jeglicher Schritt, den man in dem Wege derVollkommenheit zurück thut, unser ganzes ewiges Daseyn hin-durch, an der ganzen Summe derselben, an der Länge desdurchlaufenen Weges fehlen werde." Schön und wohl! Aberwie kam es, daß ihm nur der einzige Naumgartei» diese Ewig-keit der Strafe zu innuircn schien? Wie kam es, daß er die-