174 Zur Geschichte und Litteratur, erster Beytrag.
Erinnerung, welche hier zum Grunde liegt, kann bey vielenmetaphysischen Begriffen ihre gute Anwendung haben, bey demaber von der Ewigkeit wohl schwerlich. Da er blos negativist, so sehe ich nicht, was für eine Gradation darin» möglichist. Man hat ihn gar nicht gehabt, oder man hat ihn vonjeher so vollständig gehabt, als er nur seyn kann. Daß maneine lange unbestimmte Zeit eine Ewigkeit zu nennen gewohntgewesen: das beweiset im geringsten nicht, daß man sich anfangsauch die Ewigkeit nur als eine lange unbestimmte Zeit gedachthabe. Denn jenes geschieht noch täglich auch von Leuten, diesehr gut wissen, was das Wort Ewigkeit eigentlich sagen will.Noch weniger beweiset die ursprüngliche Armuth der Sprache,die den abstrakten Begriff der Ewigkeit nicht anders, als durchHäuffung der Zeit auf Zeit, auszudrücken wußte, daß demBegriffe selbst das wesentliche jemals gefehlt habe. Die Ge-schichte der Weltwcishcit ist auch völlig dagegen. Denn er seyimmerhin, dieser Begriff der Ewigkeit, eine besondere Anstren-gung der erhabensten Philosophie: wenigstens, ist die Philoso-phie einer solchen Anstrengung sehr früh fähig gewesen; unddiese erhabenste Philosophie ist keine andere, als die allcräl-teste. Selbst das Transcendentalste, dessen er fähig ist, dieserBegriff der Ewigkeit, und wozu sich selbst noch itzt so wenigeerheben können; ich meine die Ausschließung aller Folge: selbstdieses war den alten Philosophen schon sehr geläufig, und wiegesagt, fast geläufiger, als unsern.
XVII. Eben so wenig möchte ich verschiedene andere Aeus-serungen des Herrn Eberhards über diese Materie, zu denmeinigen machen, die ohne das Wesentliche der Streitfrage zubetreffen, sie dennoch in einem falschen Lichte zeigen. Ein sol-ches Licht nenne ich, die obschon nicht ausdrückliche Behaup-tung, aber gleichwohl sehr richtig zu folgernde Andeutung, daßdie Lehre von den ewigen Strafen unter den Christen entstan-den sey. „Zwar bin ich nicht im Stande, sagt er, den wah-„rcn Zeitpunkt ihres Entstehens und ihrer Ausbreitung unter„den Christen anzugeben. Es sey aber welcher es wolle, so„muß in demselben die Barbarcy schon so viel Land gewonnen„haben, daß die Sophisterei) der Schulgclchrtm in den mensch-