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Leibnitz von den ewigen Strafen. 175
„liehen Gemüthern einen gebahnten Weg vor sich finden konnte.„Denn daß die Verminst diese schreckliche Lehre verkenne, da-„von hoffe ich den Beweis bis zu einer solchen Augcnschcinlich-„keit zu führen, daß Ihnen nichts mehr wird übrig bleiben,„als sie auf die Rechnung unrichtig verstandener Schriftstellen„zu schreiben." Wie gesagt, wenn er es in diesen Worten nichtausdrücklich leugnet, daß auch andere Religionen, als die Christ-liche, die ewigen Strafen der Lasterhaften lehren, und gclehrethaben: so ist sein Ausdruck doch nicht ganz unschuldig, wennder Sache Unkundige sich daraus einbilden, daß es allerdingsvon keiner andern geschehe, oder jemals geschehen sey. Gleich-wohl ist dieses so falsch, daß es ihm schwer werden dürfte,auch nur eine zu nennen, welche die endlichen Strafen mitklaren Worten lehre, und sich nicht vielmehr von dem Gegen-theil eben so streng ausdrücke, als er zugestehen muß, daß esin der Schrift wenigstens dem Ansehen nach geschieht. Einjeder neue Christ brachte daher die gcmißbilligte Lehre ans sei-ner verlassenen Religion in die christliche schon mit hinüber,und die mißverstandenen Stellen der Schrift brauchten ihn nichtdaraus zu bringen, sondern konnten ihn höchstens nur darinnbestärken. Vielmehr dürfte sich der Zeitpunkt weit leichter an-geben lassen, wenn man eine allen Religionen so gemeine Lehre,in der christlichen Religion zuerst angefangen hat, theils ausvermeinten philosophischen Gründen, theils aus eignen mißver-standenen Voraussetzungen, zu bestreiken. Und auch schon we-gen dieser Uebereinstimmung aller Religionen, möchte ich nichtmit dem Herrn Eberhard sagen, „daß die Vernunft diese„schreckliche Lehre verkenne" oder wie er sich an einem andernOrte noch nachdrücklicher ausdrückt, „daß die Vernunft an die-„scm Lehrsätze unschuldig; daß in dem ganzen Umfange ihrer„Wahrheiten sich nicht eine finde, die durch eine richtige Fol-gerung dahin führe." Was alle Religionen gemein haben,kann ja wohl in der Vernunft nicht ohne Grund seyn; undohnstrcitig ist die von jeher, obschon mehr dunkel empfundeneals klar erkannte Wahrheit von den ewigen Folgen der Sünde,hinlänglich gewesen, darauf zu bringen. Oder vielmehr dieseWahrheit, und die Lehre von den ewigen Strafen ist im Grunde