Druckschrift 
9 (1839)
Entstehung
Seite
210
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210 Zur Geschichte und Litteratur. Zweyter Beytrag,

ein andrer grober Fehler, den wiederum einzig lind allein unseredritte Handschrift nicht allein nicht hat, sondern auch zu ver-bessern lehret. Nehmlich, daß die Poli ihren Weg, aus demHafen von Glaza oder Ä.ayas, wie unsere dritte Handschriftden Ort nennet, gerade nach Ancona genommen hätten, unddaß es in Ancona gewesen sey, wo sie den Päbftlichen Lega-ten Theobalous gefunden. Wer sollte nun hier nicht dasAncona in Italien verstehen? und welcher von allen Über-setzern, die dem gewöhnlichen lateinischen Texte gefolgt sind, hates auch anders verstanden? Gleichwohl sehen wir ans unsererdritten Handschrift, und die Sache selbst giebt es, daß Acra inSyrien , oder Ptolemais, gemeiner ist, welches freylich von dendamaligen Geschichtschreibern auch wohl Acon oder Accor» gc-nennet wird. Denn da war es, wo sich der Zeit Theobaldusaufhielt; es sey nun wirklich, als Päbstlichcr Legat in partibusOrient!«, wozu ihn alle Ausgaben und Handschriften des Polomachen, oder auch nur als ein frommer Pilgrim, oportunumtom^us expectans, ut Hiorotol^inam, orat'ionis erzo cum c-rto-r!s jioi'eZrims proficlsceretur, wie Liaconius sagt, und Gldoi-nus in seinen Zusätzen ausdrücklich behauptet. -

So sehr nun aber aus diesem allen der besondere Werthunsrer dritten Handschrift einleuchten dürfte: so muß ich den-noch eine Anmerkung beyfügen, die meine ganze Anzeige davonvielleicht sehr unwichtig machen würde, wenn nicht diese An-merkung selbst so viel nützlicher wäre.

Ich will sagen: die Nothwendigkeit diese Handschrist zu ver-gleichen ist bey alle dem so groß nicht; weil sie, oder eineähnliche, bereits von einem Manne gebraucht ist, dessen Ver-dienste um das Werk des Polo man entweder nie recht er-kannt, oder vielleicht schon längst wieder vergessen hat. DieserMann ist Ramusio , welcher bereits 4553 dem zweyten Bandeseiner Sammlung voll«? Navigation! et VisM, eine italienischeÜbersetzung desselben einverleibte, welche er nicht nach dem ge-wöhnlichen lateinischen Texte, sondern nach den ältesten undbesten Handschriften gemacht hatte, die er auf das sorgfältigstedurch einander zu berichtigen, und ans einander zu ergänzen,