Druckschrift 
9 (1839)
Entstehung
Seite
234
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234 Zur Geschichte und Litteratur. Zweyter Beytrag.

hcnde Lateinische) inskünftige mit weit mchrerm Rechte die-Hirschausclien Zensiergemalde hcisscn kann.

Freylich ist es immer auch noch möglich, daß die Fcnstcr-gcmalde nach den Holzschnitten wären gemacht worden: weiteraber auch nichts, als möglich. Denn wie wäre es mir im ge-ringsten wahrscheinlich, daß man das Grosse nach dem Kleinengemacht hätte; ohne daß wenigstens das Kleine ausdrücklich dieSkitze, der Entwurf gewesen, wornach das Große ausgeführetworden ? Also, eins von beiden: die Holzschnitte der gedachtenersten Ausgabe sind entweder der Entwurf, oder die Eopie derFenstcrgcmäldc; ein drittes, das bey seiner Entstehung mit die-sen Fcnstcrgemälden gar nichts zu thun gehabt hätte, das man,bey Ausmalung der Fenster, nur zufälliger Weise zum Urbildcgebraucht hätte, können sie nicht wohl seyn. Denn, wenn siees wären, so müßte man nicht allein die Fcnstergcmäldc nachihnen gemalt, sondern den ganzen Krcuzgang ausdrücklich dar-nach gebaut haben; indem dieser, wie ich aus eines AndreasReichards Beschreibung des Klosters -Hirschau sehe, die unsereBibliothek im Manuskripte besitzet, um einen viereckigtcn Gar-ten gegangen, und gerade an seinen vier Seiten nicht mehrund nicht weniger als vierzig Fenster gehabt hat.

Und spricht denn nicht die Sache selbst? Ist es denn nichtaus den Holzschnitten selbst klar genug, daß sie nichts alsFenstcrgemälde vorstellen sollen ? Verräth denn nicht ihre ganzeAnordnung offenbar die breiten gothischen Fenster, mit ihrengewöhnlichen Verzierungen und drey Feldern, deren mittelstcsdas höchste ist, weil sie oben in einem Bogen sich schlicsscn?Wie wäre es zu begreifst», daß der Zeichner oder Formcnschnci-der gerade auf diese Gestalt und Eintheilung gefallen wäre,wenn er sie nicht entweder von Fenstern genommen, oder zuFenstern bestimmt hätte? Ich kann mich itzt nicht genug wun-dern, wie die Augen der Kenner dieses nicht längst vermuthethaben. Es wäre doch so natürlich, darauf zu fallen! Aberals ob uns nicht immer das Natürlichste gerade am spätesteneinleuchtete! Als ob wir es irgendwo erriethen, ohne es zu sehen.

So weit war ich, und wollte nun eben nachforschen, umwelche Zeit die Fenster wohl möchten gemacht seyn: als mir