244 Zur Geschichte und Litteralm, Zweyter Beytrag,
et tiAna geschrieben? Aber wo sagt das Rembcrtus? Es istärgerlich, wenn man überall so viele Hirngespinste findet, de-ren ganzes Daseyn sich ans weiter nichts, als ans eine leicht-sinnige verstümmelte Anführung gründet. Remberttis redet blosvon eoclleibus, «uos int<Z pronria mann notn« corisoii^lit.Und was waren das für Notse? Was sonst für welche, alsdie sogenannten k'otm lironianR? Die Verfasser des iXouvvkmli'-ütt- äo vinlomitticzuo hatten daher ohne Zweifel diese nehm-liche Stelle des Rembcirus im Sinne, wenn sie sagen, (")daß der h. Anscharms sich im neunten Jahrhunderte dieserNoten bedient habe, aber, wider ihre Gewohnheit, den Beweisdavon nicht beybringen. (*°)
(°) ?omv III. r>. St».
(") Ich kann mich nicht enthalten, eine Bermuthung hier zu äusser»,welcher ans den Ernnd zu gehen, sich vielleicht ein andermal Gelegenheit fin-den wird. In der oben angczogncn Stelle des Rembertus heißt es nichtallcin überhaupt, daß drr h, Anscharins verschiedene grosse Bande voll hei-liger Betrachtungen, geschrieben habe- sondern es ist offenbar,dasi Remverrus dieses auch von den ?i°ime»l!s zu den Psalmen verstandenwissen will. Denn er sagt, weiter hin, ausdrücklich von ihnen: vncv, aliisc»m eo ptülmos csnenlllius, kinilo ps^Imo ixte kolus t.icils ruminsie kole-ditt, «cc «-»»i/e/^a^e io?e^n^ Um sie desto eher vor andern ge-heim halten zu können, hatte der heil. Mann auch diese seine Scufzcrlcin perncUüs geschrieben. Nun finden sich sowohl in der königlichen Bibliothek zuParis, in der Abtcv von St, Germain des pres, und zu Reims in derAbtcv von St. Remi, als auch in unserer Bibliothek, ganze mit Tironian-schcu Noten geschriebene Psalter; ohne des zu Strasburg zu gedenken, denTvitheim zuerst bekannt machte. Wie nun, wenn diese Psalter, oder we-nigstens einer derselben, nicht blos die Psalmen, sondern auch zugleich jenepismeni» des h Anscharius enthielte? Oder wenn sie wohl gar überhauptnicht die Psalmen, sonder» nur jene fromme Stoßgebetchen zu den Psalmen,blos unter der Rubrik der Psalmen, enthielten? Es könnte leicht scvn, daßsich in neuern Zeiten noch niemand die Mühe genommen hätte, sie zu ent-ziffern, und sie also, blos auf Treue und Glaube» der Aufschrist, für die wirklichenPsalmen angenommen würde», vo» welche» fich doch kaum eine Wahrschein-lichkeit denken läßt, warum sie, die aller Welt bekannt sind, in geheimen No-ten sollten seyn geschrieben worden. Es wäre denn, daß sich die Schreiber selbstdie Noten dadurch hätten wollen geläufiger machen, indem sie fleißig ihnen bereitsgeläufige Dinge darin» läse». Ich würde nicht säumen, uuscru Codex hierüberans die Probe zu stellen, wenn er sich nicht seit einiger Zeit in den Händen ei-nes auswärtige» Gelehrten befände, der uns vielleicht mehr davon sagen wird.